Ich wundere mich immer wieder darüber, dass Microsoft es zulässt, dass die Hardwarehersteller Windows mit ihrer nutzlosen Crapware verunstalten. Sie tun es. Aber als ob das nicht schon genug digitalen Müll auf die Computer spülen wurde, greift eine neue Unsitte um sich: Die Software-Bundles.
Das heisst: Man will sich eine Software laden, und erhält nicht nur die eigentliche Software, sondern obendrein eine fancy Browser-Toolbar, einen total hippen Sicherheitsscanner, und die Standard-Suchmaschine wird einem verdankenswerterweise auch gleich noch umgestellt. Das ist, um es ganz direkt zu sagen, schlechter Anstand und eine Sauerei.

Muss das sein, Adobe?
Adobe geht mit schlechtem Beispiel voran
Apple hat phasenweise Safari mit iTunes gebündelt. Als ob der Flash-Player für sich selbst nicht schon genügend Stabilitätsprobleme verursachen würde, will einem Adobe noch ein Teil namens McAfee Security Scan Plus unterjubeln. Das macht nichts, ausser anzuzeigen, ob eine Firewall oder eine Sicherheitssoftware vorhanden ist. Das kann Windows auch von Haus aus. Es ist, natürlich, eine reine Promo-Software, und Adobe verdient sich damit ein kleines Taschengeld dazu. Sie haben es offenbar nötig.
Den ganzen Beitrag lesen »
Die Filmindustrie wundert sich, warum die Leute ihr audiovisuelles Entertainment lieber per Torrent herunterladen oder über Streaming-Sites konsumieren, als auf Scheiben zu kaufen? Vielleicht deswegen?
Ich lege eine DVD ein und freue mich auf den Film. Doch was sehe ich als erstes? Das hier:

Okay, gut, nett, danke, dass man als Käufer eines Produkts als erstes eine Warnung vor den Latz kriegt und als potenzieller Schwerverbrecher hingestellt wird. Das gibt einem doch gleich ein gutes Gefühl.
Aber Schwamm drüber, denn jetzt gehts los. Oder doch nicht?
Den ganzen Beitrag lesen »
Jeder wird früher oder später von einem Computerproblem ereilt. Auch Journalisten, die selber über technische Belange schreiben. Ein Kollege von mir, ein alter Hase, hat in seiner Laufbahn jede Version eines grossen Textverarbeitungsprogramms mitgenommen, seit er vom Wangwriter auf einen Personal Computer umgestiegen ist. Irgendwann in den 1980er Jahren wird das wohl gewesen sein.
Nun zeichnet sich die Computerbranche durch eine bemerkenswerte Geschichtsverweigerung aus. Produkte, die vor ein paar Jahren noch das grösste waren, werden heute kalten Arsches zum alten Eisen geschmissen. Als Kummerbox-Betreuer fällt mir immer wieder die undankbare Aufgabe zu Leuten beizubringen, dass es Apple noch nicht einmal im Traum einfallen wird, für ihren iMac G4 noch irgend ein Update herauszurücken.
Alte Dokumente? Who gives a crap?
Damit fängt die Tragödie aber erst an. Nicht nur die alten Geräte und Programme sind passé, sondern auch die Dateiformate. Immer mal wieder kommen Leute an, die nach zwanzig Jahren gerne an einem ClarisWorks-Dokument weiterarbeiten würden. Mein Kollege hatte nun die Absicht, seine Ende der Achtziger und Anfang der 1990er Jahre mit Word geschriebenen Artikel einzusehen – zu welchem Zweck auch immer. Nun wird es einem Word 2010 aber nicht im Traum einfallen, sich auf Dateien seiner Vorfahren einzulassen. In neuen Versionen ist das älteste unterstützte Format das von Word 97–2003. Die Dateien von Word for Windows (1989), Winword 2, Word 95 und Co., sind de facto unzugänglich. Die einen mögen Verständnis haben dafür, dass ein Softwareentwickler den Aufwand scheut, Importer für Formate zu entwickeln, die heute kaum einer mehr benutzt. Als Kunde könnte man sich veräppelt vorkommen – denn ein Grund für Produkttreue könnte schliesslich sein, dass man sich optimale Kompatibilität verspricht. Beunruhigend ist die digitale Demenz auf jeden Fall.
Im konkreten Fall haben wir versucht, die alten Dokumente über Word 2003 zu öffnen. Den ganzen Beitrag lesen »
Ich bin ein notorischer DM-Überseher. Direktnachrichten bei Twitter erreichen eher selten und bei App.net fast nie – ich entschuldige mich an dieser Stelle kollektiv bei allen. Facebook-Nachrichten entdecke ich ebenfalls erst nach Tagen und meistens erst dann, wenn es schon zu spät ist. Auch dafür: Sorry, sorry, sorry, sorry!
Aber es ist auch wirklich ein übles Durcheinander: Whatsapp, SMS bzw. iMesage, Twitter-DMs und Facebook-Chats… von «unified messaging» spricht schon längst niemand mehr. Au contraire mon frère – die Kommunikation wird immer noch verzettelter, und wenn man sich nach zehn Tagen erinnern müsste, auf welchem Kanal man eine wichtige Information erhalten hat – dann viel Spass beim Suchen.
Das heisst: E-Mail wäre eigentlich nach wie vor eine nützliche Angelegenheit. Man hat alle seine Nachrichten an einem Ort, dank Imap auf diversen Geräten. Man hat sein Archiv offline und per Volltextsuche zur Verfügung, kann es datensichern, wie es einem gefällt und hätte sogar die Möglichkeit, die Kommunikation zu verschlüsseln und digital zu signieren. (Keiner nutzt diese Möglichkeiten, aber es ist dennoch ein schönes Gefühl, dass es sie gibt.)

Tofu: Auf dem Teller umstritten, beim E-Mail überholt. (Originalbild: uits/Flickr.com)
Kurz und gut: Für mich alten Sack ist E-Mail nach wie vor eine gute Sache. Und mit ein paar Neuerungen wäre diesem altehrwürdigen Kommunikationsmittel ein zweiter Frühling beschrieben:
Den ganzen Beitrag lesen »
Google hat demonstriert, dass man sich in Mountain View einen Deut um die Interessen der Benutzer schert. Das Unternehmen, das nicht müde wird, sein Google Plus allen und jedem aufzudrängen, tritt nun den Google Reader in die Tonne. Per 1. Juli ist Schluss, wie Alan Green mit einigen Krokodilstränen im Google Reader Blog ankündigt. Vielleicht sind die Tränen auch echt und er handelt auf Geheiss von oben. Das spielt keine Rolle.

Google ist einfach kein verlässlicher Partner. Das hat man schon nach dem Ende von Google Wave merken können (siehe Schwach, Google, ganz schwach, first edition). Man führt sich auf, wie erste Startup-Klitsche, die nach zwei Wochen entscheidet, nun doch keine Smartwatch, sondern Hamsterräder produzieren zu wollen. Für ein globales Unternehmen mit zentraler Bedeutung für die Weltwirtschaft taugt das Prinzip von Trial and Error nicht. Den ganzen Beitrag lesen »