Die Teeologie gehört zu den vernachlässigten Rubriken dieses Blogs. Und die Nerdflicks. Immerhin habe ich bei den Nerdflicks eine gute Begründung. Und heute wieder ein mal einen Film, der so gut in diese Rubrik hier passt, dass man vermuten könnte, er sei extra für mich gedreht worden.

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Fürs Bewerbungsgespräch wird schnell die VR-Brille übergestülpt…

Der Film heisst Father of the Year bzw. zu Deutsch Vater des Jahres. Und er ist so fussnägelhochbiegend und fremdschamauslösend schlecht, wie es für diese Rubrik eigentlich Bedingung ist1. Denn hier geht es um die Filme, die man nur per Streaming konsumiert und für die man nie ein Kinoticket lösen oder Geld für eine Bluray aufwerfen würde. In dem Fall könnte man das noch nicht einmal tun, selbst wenn man wollte. Der Film wurde nämlich für Netflix produziert und läuft nur dort.

Er hat, zu meiner Verblüffung, sogar ein paar gute Aspekte. Den ganzen Beitrag lesen »


Wenn mich jemand fragen sollte, wer der bedeutendste Autor aus dem deutschsprachigen Raum ist, der sich um meine Lieblingsthemen Science Fiction und Fantasmen (um nicht die unpassende Genrebezeichnung «Fantasy» zu verwenden), dann würde ich ohne Zögern Andreas Eschbach nennen. Klar, man könnte auch an Frank Schätzing denken, der neulich mit dem hier besprochenen Buch wieder einen imposanten Wälzer abgeliefert hat. Aber im Vergleich ist Eschbach eben einer, der sich dem Motto underpromise and overdeliver verschrieben zu haben scheint: Seine Bücher fangen, selbst wenn sie in einem anderen Raum-Zeit-Gefüge spielen, unprätentiös an. Und dann steigern sie sich zu einer fulminanten Sause, die einen in Beschlag nimmt. Figuren, Handlung und Erzählweise, alles ist aus einem Guss. Eschbach als Autor ist zwischen den Zeilen spürbar. Aber auf unaufdringliche, fast schon bescheidene Weise – selbst wenn die Themen alles andere als bescheiden sind. Eschbach hört sich zwischen den Zeilen so an: «Ich bin hier, dir eine meiner Geschichten zu erzählen. Ich hoffe, sie macht dir Spass.» Schätzing klingt zwischen den Zeilen nach: «Boah ey, schau her, was mir hier wieder eingefallen ist! Wie könntest du da anders, als hin und weg zu sein!?»

Nach den bereits früher besprochenen Büchern1 geht es heute um Teufelsgold (Amazon Affiliate) und um Quest (Amazon Affiliate). Die beiden Bücher sind auf den ersten Blick komplett unterschiedlich. Das eine ist fest in der uns vertrauten Welt verwurzelt. Es dreht sich um einen Mann namens Hendrick Busske, der zwar durchaus Erfolg bei den Frauen hat, den man sich aber als einigermassen farblose Person von der Statur eines Versicherungsvertreters vorstellt. Das zweite ist eine Space Opera. Es hat einen Koloss von Mann als Helden, der in einem völlig irren Unterfangen ein grosses Raumschiff namens Megatao in ferne Galaxien lenkt, um … naja, um etwas ähnliches zu tun wie Captain Kirk Star Trek V.

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Nein, der lebt noch. (Bild: Yuri_B/Pixabay, CC0)

Beim zweiten Blick gibt es Parallelen in den beiden Büchern. Und da es nachfolgend nicht ohne einige Spoiler abgeht, hier die wichtigste Parallele überhaupt: Den ganzen Beitrag lesen »


Nach 128 Büchern, die ich fast alle fertiggehört habe, musste ich das allererste Audible-Buch ungehört zurückgeben. Es handelt sich um The Left Hand of Darkness (Amazon Affiliate) von Ursula K. Le Guin (Deutsch: Die linke Hand der Dunkelheit). Ich hatte mich auf das Buch gefreut, aber der Sprecher istleider unterirdisch: George Guidall ist zwar einer der fleissigsten Erzähler mit mehr als 1200 Hörbüchern (Wikipedia), der in diesem Titel aber so undeutlich spricht, dass man sich fragt, ob er einen schlechten Tag hatte oder es für ein gutes Stilmittel hielt, während den Aufnahmen die Zahnprotese zu entfernen. Das Dumme ist ausserdem, dass in der Vorschau die Frau zu hören ist (Ursula K. Le Guin selbst?), die das Vorwort spricht – und nicht diese mümmelnde Darbietung, die auch anderen nicht gefallen hat. Da aber schon im ersten Kapitel Worte wie Gethen, Stabile on Ollul, Genly Ai, Diurnal und Odharhahad vorkommen, habe ich gleich die Waffen gestreckt – ein solches Vokabular passt nicht zu einer Lesung, bei der man kaum die normalen englischen Worte voneinander unterscheiden kann.

Der Rückgabeprozess ist übrigens unkompliziert und das Buch bleibt in der Bibliothek, sodass man es weiterhören könnte. Wenn man denn wollen würde.

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Wer ist hier das Schaf? (Screenshot The Big Sleep)

Ein echter Tipp ist hingegen The Big Sheep von Robert Kroese (Amazon Affiliate). Der Titel ist natürlich eine Anspielung an The Big Sleep von Raymond Chandler, dem Erfinder des prototypischen hardboiled Detective Philip Maloney Marlowe. Das Schaf ist wirklich gross – und wenn es am Anfang so aussieht, als ob es bloss einer etwas launigen Idee des Autors entsprungen wäre, um seiner Geschichte einen verrückten Auftakt zu verpassen, so täuscht das. Das Schaf ist ein wichtiges Puzzlestein und wird gegen Ende für eine echte Überraschung gut sein.

In dieser Geschichte sind die hartgesottenen Detektive auch im Jahr 2039 noch nicht ausgestorben. Den ganzen Beitrag lesen »


Ich vermute, dass zwei Buchbesprechungen in einer Woche die Geduld meiner Leserschaft überstrapaziert. Aber hey, wir sind hier nicht zum Vergnügen.

Und darum müsst ihr nun die Besprechung von Brett BattlesSurvivor (Amazon Affiliate) über euch ergehen lassen.

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Wie würde die Gegenwart aussehen, wenn Barbaren wie diese hier Europa überrannt hätten? (Bild: Parker_West/Pixabay, CC0)

Das Buch ist der dritte Teil einer Trilogie, die mit dem Buch «Rewinder» begonnen hat, das im Beitrag Wir sind die Anomalie besprochen wird. Der zweite Teil, «Destroyer», wurde hier nur kurz erwähnt, weil sie der schwächste Teil der Miniserie ist und den Protagonisten bloss als hilflosen Statisten zeigt, der zusehen muss, wie seine Gegenspielerin Lidia die Historie der Menschheit zu Kleinholz verarbeitet – um eine plumpe Metapher für ein würdeloses Schauspiel zu verwenden.

Kurze Zusammenfassung von dem, was bisher geschah: Den ganzen Beitrag lesen »


Daniel Suarez gehört inzwischen zu der Crème de la Crème der Tech-Thriller-Autoren. Sein fulminantes Debüt mit Daemon (Amazon Affiliate) und Freedom™ (Amazon Affiliate) ist Pflichtstoff für Freunde der gepflegten Near-Future-Sciencefiction. Auch Influx (Amazon Affiliate; im Beitrag Die Zukunft ist eigentlich ein alter Hut besprochen), bei der der alte Traum von der Schwerelosigkeit literarisch Wirklichkeit wird und sich nicht als reine Freude entpuppt, ist zwar kein federleichter, aber dennoch ein sehr unterhaltsamer Lesespass.

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Singapur ist 2045 die Technologie-Hauptstadt der Welt. (Bild: Fancycrave/Pexels, CC0)

Das neueste Buch heisst Change Agent (Amazon Affiliate) bzw. auf Deutsch aus unerfindlichen Gründen «Bios» (Amazon Affiliate): Die Revolution des Internets und der Informationstechnologie ist durch, Silicon Valley ist wieder das, was es schon immer war und was seinen naturgegebener Status sein sollte: Ein langweiliger, unbedeutender Fleck auf der Landkarte. Auch Google und Co. existieren wahrscheinlich noch, aber kein Hahn schreit mehr nach ihnen. 2045 ist Bio-Technologie angesagt: Als Frau und Herr von Welt (und finanziellem Wohlstand) lässt man sein eben gezeugtes Kind noch im Embryo-Stadium editieren. Bei diesem Vorgang werden Gene ausgetauscht, um dem zukünftigen Erdenbürger physische und mentale Eigenschaften zu geben, die Mutter Natur für ihn nicht vorgesehen hatte: Ein bisschen schöner, klüger, stärker, schneller, sexier schadet ja nicht. Und die anderen tun es auch, sodass man in einer Welt, die so kompetitiv ist wie die unsere, gar keine andere Wahl hat.

Versteht sich von selbst, dass das nicht legal ist. Den ganzen Beitrag lesen »



Matthias Schüssler

Matthias Stadtfilter kleinIn diesem semiprivaten Blog geht es um Tech, Medien, Podcast, Radio und Off-Topic wird zum Topic erklärt.




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