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The Dakota – hier kommt Si Morley in der Vergangenheit an.

Time and again (Wikipedia, Amazon Affiliate), zu Deutsch Das andere Ufer der Zeit (Wikipedia, Amazon Affiliate) ist eine der schönsten Zeitreise-Geschichten, die ich je gelesen habe – und in diesem Blog gibt es einige davon. Sie stammt von Jack Finney, der nicht zu den Granden des Genres gehört, aber doch einige bekannte Werke verfasst hat. Das bekannteste ist sicherlich «Die Körperfresser kommen» (W, A), das als «Body Snatchers» (W, IMDB, A) verfilmt worden ist.

Die Gesichte ist unspektakulär – gerade im Vergleich zu den spektakulären Plots von Brett Battles (Wir sind die Anomalie), bei denen die ganze Weltgeschichte umgekrempelt wird. Hier passiert nichts dergleichen1. Es gibt einen kleinen Kriminalfall und den Anflug einer Liebesgeschichte. Aber was dieses Buch auszeichnet, ist, dass es einen erleben lässt, wie sich eine Zeitreise anfühlen muss. Den ganzen Beitrag lesen »


Zugegeben: Dieses Buch in der Kategorie Nerdliteratur abzufeiern, lässt sich nur sehr schwer verargumentieren: Die Hauptfigur ist ein Anwalt (und hätte damit gut in diesen Blogpost gepasst), aber er ist kein Nerd. Urs Blank ist Experte für Fusionen. Er wird zum Pilzliebhaber und ist eine Art Vorläufer von Christopher McCandless (leider ohne den tollen Soundtrack). Und er ist eine Nulpe, was Computer anbelangt. Er interessiert sich nicht für sie und kann auch dem Internet nichts abgewinnen, weil dort ein Überangebot an Informationen herrscht. Nun kann man zu Recht behaupten, dass auch ein Wirtschaftsanwalt sich wohl kaum ums Internet foutieren kann. Doch zur Ehrenrettung sei gesagt, dass das Buch im Jahr 2000 geschrieben wurde und dass das Ignorieren damals noch ging. Vor allem, wenn man einen Assistenten namens Christoph Gerber und eine Sekretärin wie Petra Decarli hat.

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In der Verfilmung von 2015 begibt sich Moritz Bleibtreu auf Pilzsuche. (Bild: Alamode/Film.de)

Gut, ich werde deswegen gar nicht probieren, die Rubrizierung in diesem Blog zu rechtfertigen. Der Computeraspekt ist nämlich das schwächste Faktum in diesem Buch, das ansonsten toll recherchiert ist und (so weit ich das beurteilen kann) akkurat über Pilze, Waldkräuter, -gemüse, die Jagd und das Leben als Eremit informiert. Doch wie Urs Blank nach seinem Abtauchen in seinen jetzt vom nachgerückten Assistenten benutzten Computer eindringt, ist fragwürdig.

Petra Decarli setzte sich in einen Besucherstuhl. «Er besass einen hot key

Er benutzt nämlich eine Tastenkombination, mit der man das Passwort umgeht. Den ganzen Beitrag lesen »


Mit End of Watch (Amazon) ist die Trilogie von Stephen King um den pensionierten Polizeiermittler Bill Hodges zu so etwas wie einem Happy End gelangt. (Teil eins und Teil zwei habe ich ebenfalls besprochen.)

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Spielen eine nicht unerhebliche Nebenrolle. (Bild: tanakawho/Flickr.com, CC BY 2.0)

Kurz zum Inhalt – Achtung, Spoiler! –: Der in der Hirnklinik vor sich hin dämmernde Brady Hartsfield, Antagonist des ersten Bandes und Auslöser der Geschehnisse des zweiten Teils, will seinen erzwungenen Ruhestand nicht hinnehmen, sondern entwickelt übersinnliche Fähigkeiten. Erst beherrscht er das telekinetische Türrücken. Dann schafft er es, mit seinem Geist in Teile des Pflegepersonals einzudringen. Mit Hilfe von Library Al, der in der Klinik den Bücherwagen stösst, weitet Brady seinen Einfluss aus und bringt den zwielichtigen Arzt Dr. Babineau unter seine Kontrolle – ob dessen experimentelle Medikamente etwas mit diesen erstaunlichen Fähigkeiten zu tun haben oder nicht, wird nicht restlos geklärt.

Brady gibt sich damit nicht zufrieden. Den ganzen Beitrag lesen »


Ich bespreche ein Jugendbuch. Aber keine Angst: Am Freitag ist dann wieder Erwachsenenzeugs angesagt (nämlich, tease, tease, Stephen Kings «End of Watch»).

Leser und Innen dieses Blogs haben es womöglich mitbekommen: Trotz meines fortgeschrittenen Alters bin ich Kinder- und Jugendliteratur nicht abgeneigt. Böse Zugen behaupten wahrscheinlich, daran sei mein Kindskopf schuld. Ich meinerseits würde das nicht kategorisch abstreiten, das aber als Stärke deuten.


Die Verfilmung wird dem Buch nicht so wirklich gerecht.

Als Stärke von mir, aber vor allem als Stärke der zur Debatte stehenden Bücher. Denn die jugendlichen Leser sind im Schnitt anspruchsvoller als Erwachsene. Uns kann man mit Sperenzchen zufriedenstellen: Pseudopsychologische Vernebelungstaktiken funktionieren ebenso wie Rückgriffe auf banale Lebensweisheiten, die ältere Menschen in ihrer Lebenserfahrung bestätigen. Auch philosophisches Geschwurbel funktioniert bei uns, wenn es uns den Eindruck vermittelt, klug und gebildet zu sein, wenn wir in unserer Freizeit solche Dinge lesen. Und man kann uns mit Handlungssträngen beeindrucken, bei denen wir die Übersicht verlieren. Weil wir nicht zugeben würden, dass wir die Story nicht kapieren, merken wir nicht, wenn es gar nichts zu kapieren gibt.

Jugendliche ihrerseits muss man mit einfach vermittelbaren Plots, fantasievollen Szenarien und nachvollziehbaren Dialogen bei der Stange halten. Den ganzen Beitrag lesen »


In letzter Zeit habe ich mich ausgiebig mit Anwälten beschäftigt. Im richtigen Leben zum Glück nur wenig – Martin Steiger hat mir zum Routerzwang Auskunft gegeben, aber ich bin nicht verklagt oder verhaftet worden. Nein, die Beschäftigung fand hauptsächlich in belletristischer Form. Und via Netflix, wo wir mit Suits angefangen haben.

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Cicero, wie er in der Serie «Rom» portraitiert wurde. (Bild: HBO-Screenshot, Wikia)

Imperium (Wikipedia, Amazon Affiliate) von Robert Harris ist ein Roman, der den Aufstieg von Marcus Tullius Cicero zum Konsul im römischen Reich. Cicero, den wir InDesign-Nutzer vor allem von dieser für Laien völlig nutzlosen Masseinheit kennen, ist ein begnadeter Redner und Anwalt, der sich als Anwalt mit schwierigen bis aussichtslosen Fällen herumschlägt. Den ganzen Beitrag lesen »



Matthias Schüssler

Matthias Stadtfilter kleinIn diesem semiprivaten Blog geht es um Tech, Medien, Podcast, Radio und Off-Topic wird zum Topic erklärt.




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Einmal pro Woche gebe ich drüben bei Tagesanzeiger.ch praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

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