Im Jahr 2001 habe ich folgenden denkwürdigen Satz geschrieben:
Solange es noch Wälder, Papierfabriken und Buchdruckereien gibt, sind E-Books etwas vom Überflüssigsten, was die Welt je gesehen hat. (Tagesanzeiger, 10.Dezember 2001, Seite 57)
Und jetzt ist tatsächlich der Kindle 3 mein Lieblingsgadget der Stunde. Ich könnte mich damit rausreden, dass es dozumals noch keine E-Ink gab und auch kein Whispernet, mit dem man Bücher innert weniger Sekunden lädt. Ich könnte auch meine Technikverliebtheit als Entschuldigung ins Feld führen. Oder behaupten, dass die damalige harsche Ablehnung von Journalisten die Entwicklung derart befeuert hat, dass wir heute die schönen E-Book-Reader überhaupt haben. Sprich: Dass der Kindle 3 eigentlich mein Verdienst ist. Das gibt einen schönen Titel für dieses Posting. Aber ich nehme an, die Mehrheit der Leser wird diesem raffinierten Argument nicht folgen.

Jedenfalls habe ich nicht alle meine Argumente gegen die Ebooks auf dem Altar des Fortschritts geopfert. Den ganzen Beitrag lesen »
Viele Journalisten sind nicht gerade Fans von Bloggern; das weiss man ja. Da sind auf der einen Seite die Hüter von Nachrichten und Inhaber der vierten Gewalt, die sich diese Rolle nicht streitig machen lassen wollen. Und da gibt es zum anderen die Kinder des Internet, die das mächtige Sprachrohr, auf ihre Weise nutzen. Man buhlt um ein gemeinsames Publikum, um Aufmerksamkeit und um die Deutungs- und Interpretationshoheit. Eine gesunde Rivalität ist nicht verkehrt. Was Medien verbreiten, ist überprüfbar anhand der alternativen Nachrichtenquellen. Wir Journalisten sind nicht mehr alleinige Wächter des grossen Rohrs, aus dem der Nachrichtenfluss quillt. Und unsere Rolle als «Gatekeeper» wurde in den letzten Jahren sehr relativiert. Gut so. Das soll uns ein Ansporn sein, uns zu überlegen, wem wir verpflichtet sind. Und auch, unseren Berufsethos hochzuhalten: Fairness, Distanz, Unabhängigkeit, der ganze alte Kram, halt.
Das fällt Journalisten aber offenbar schwer. Ein eklatantes Beispiel dafür ist der Beitrag auf CNN, den man sich auf newsbusters.org ansehen kann und bei dem es mir fast die Schuhe auszieht (via Noagenda.com): Den ganzen Beitrag lesen »
Stoppt die Druckpressen! Die Schallmauer ist gefallen! Der Rekord gebrochen! Das kaum Denkbare geschehen! In diesem Haushalt hier wurde eine unaussprechliche Menge Kaffee getrunken:

Übrigens, habe ich schon mal erwähnt, dass ich es doof finde, wenn man irgendwelche Banalitäten zu «breaking news» hochstilisiert werden?
Ich gehöre jetzt nicht zu den Leuten, die vor lauter Hörbuch-Euphorie die Fähigkeit des Lesens aufgeben. Ich fühlen mich dem gedruckten Wort verpflichtet. Aber bei manchen Titeln und Gelegenheiten höre ich gern Hörbuch. Und diese per Internet zu beziehen, ist eine nahe liegende Idee.
Allerdings gibt es einige Aspekte, die mich in vielen Fällen zur Entscheidung bringen, das Hörbuch auf CD zu kaufen und mit Audiobook Builder zu rippen. Das sind die Gründe für diesen Entscheid – und eine Aufforderung an Audible, doch bitte ihre Audiobooks etwas liebevoller und sorgfältiger zu produzieren:
- Das Audioformat: MP3 mit einem seltsamen Wrapper – mag sein, dass das die beste Kompatibilität bietet, aber die Qualität ist nicht grandios. Ein Format wie AAC wäre x-mal besser geeignet. Es ermöglicht bei ungefähr gleicher Qualität sehr viel kleinere Dateien. Und es unterstützt Kapitel von Haus aus. Den ganzen Beitrag lesen »
Ich höre viel, aber nicht nur Radio Stadtfilter. Mein Zweitsender ist DRS3. Wobei ich kurz davor stehe, diese 25-jährige Beziehung zu beenden. Wenn ich mich undiplomatisch äussern darf (was ich in meinen eigenen Blog natürlich darf): DRS3 ist einfach nur noch Scheisse.

Wobei ich sogar in meinem eigenen Blog so weit gehe, ein so harsches Urteil zu begründen: Den ganzen Beitrag lesen »