Ich habe mich neulich schon mal darüber aufgeregt, was heute so als Podcast bezeichnet wird. Die Definition meines Erachtens ist einfach: Wenn man es in einem Podcatcher (wie dem hier) abonnieren kann, ist es ein Podcast. Wenn man es nur auf einer Website oder in einer App wie der von Spotify oder Audible hören kann, ist es kein Podcast.

170327-fernsehballet.jpg
Nein, das inmitten des MDR-Fernsehballetts ist nicht Stefan Niggemeier. (Bild: Manfred Werner - Tsui/Wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Und nun muss ich den Punkt noch einmal belabern (falls man die englische Redewendung belabor the point so übersetzen kann). Schuld daran ist der «Podcast» mit dem Titel Das kleine Fernsehballett, vom «Tagesspiegel» eindeutig als Podcast tituliert (Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier starten Podcast), aber irgendwie nur auf Deezer zu hören.

Immerhin kann man Deezer zu Gute halten, dass man den «Podcast» auch auf der Website konsumieren kann, ohne dass man eine App oder eine Anmeldung benötigen würde. Bei anderen «Podcasts» ist das zumindest offiziell nötig (inoffiziell auch nicht). Allerdings ist der Webplayer etwas vom Grässlichsten, was die Welt je gesehen hat: Den ganzen Beitrag lesen »


Frage: Stell dir vor, du wärest ein Softwareentwickler und hättest ein Programm geschrieben, das etwas langsam startet. Was tust du, damit der Benutzer nicht wie wild aufs Icon klickt, weil er denkt, er hätte das Programm nicht gestartet – und damit das Problem noch verschärft?

170303-splash-word-6-0.png
Autsch!

Deine logische Antwort lautet natürlich: Ich schaue zu, dass mein Programm schneller startet.

Doch das ist nicht, was passiert ist. Irgend ein fauler Softwareingenieur – oder auch sein Chef – hat die Idee ausgebrütet, stattdessen einen Pausenfüller anzuzeigen. Der nennt sich technisch Splash Screen oder Startbildschirm. Er lässt den Benutzer wissen, dass sein Programm dabei ist zu starten und er sich gefälligst gedulden soll.
Den ganzen Beitrag lesen »


Der «Serial»-Podcast hat nicht nur mediale Wellen geworfen, sondern ein eigenes Genre geschaffen. Die serial-artigen Produktionen sind eine persönlich gefärbte Erzählung des Autors, wie er sich an ein Geheimnis heranwagt. Es geht natürlich um das Geheimnis selbst, aber auch darum, wie die Nachforschungen Fortschritte machen oder in Sackgassen enden. Der Autor ist eine Figur in seiner Geschichte, wie der Ich-Erzähler in einem Roman. Die serial-artigen Podcasts sind somit ein Mittelding zwischen Journalismus und Literatur. Sie thematisieren auch Zweifel und Widersprüche, und sie nehmen es in Kauf, dass das Rätsel am Ende womöglich nicht gelöst wird. Denn sie werden episodisch veröffentlicht, wobei die ersten Folgen schon erscheinen, bevor die Recherche abgeschlossen ist.

170301-desert.jpg
Losgezogen, um irgendwo hier zu enden. (Bild: Syrian Desert, yeowatzup/Flickr.com, CC BY 2.0)

Formal sind die serial-artigen Produktionen vom Radiofeature beeinflusst. Sie bauen Soundbites von Protagonisten, O-Tone und atmosphärische Elemente zu einer dichten Collage, und es kommen auch Töne zum Einsatz, die man in einer klassischen Reportage niemals verwenden würde: Aufnahmen vom Telefonbeantworter, Youtube-Clips und ähnliches zum Beispiel. Und wichtig ist die Musik, die in aller Regel für die Produktion selbst komponiert wurde und dramaturgisch gezielt eingesetzt wird.

Es gibt inzwischen diverse solche Geschichten. Den ganzen Beitrag lesen »


Ich habe mich mit zwei Alternativweltgeschichten herumgeschlagen. Erstens Underground Airlines von Ben Winters (Amazon Affiliate) und zweitens The Man in the High Castle (Amazon Affiliate) (Das Orakel vom Berge; Amazon Affiliate) von Philip K. Dick.

170224-man-in-the-high-castle.jpg
Es gibt «The Man in the High Castle» auch als Fernsehserie von Amazon. Zu der habe ich bislang aber noch keine Meinung. (Bild: Amazon)

Im ersten Buch hat der Bürgerkrieg in den USA nie stattgefunden und die Sklaverei nur in Teilen der USA abgeschafft. Vier Staaten halten Sie aufrecht. Im zweiten Buch hat das dritte Reich den zweiten Weltkrieg gewonnen und massiv expandiert. Die Welt ist quasi zweigeteilt. Das japanische Reich die Teile der Welt, die die Nazis nicht unter ihr Joch gebracht haben, also den fernen Osten und ein bisschen von Südamerika. Die USA sind dreigeteilt. Der Osten steht unter deutschem Einfluss, dazwischen gibt es den mittleren Westen, wo nicht gerade viel los ist. Und die Westküste wird von den Japanern beherrscht. Nur Kanada scheint sich so etwas wie Unabhängigkeit bewahrt zu haben. Juden und Schwarze sind weitgehend ausgerottet und die USA sind kulturell unbedeutend; das einzige, was einen gewissen Wert hat, sind amerikanische Antiquitäten aus der Vorkriegszeit. Auch technisch hat die Entwicklung einen anderen Verlauf genommen. Es gibt Flüge zum Mars, aber kein Fernsehen.

Im ersten Buch geht es um Victor, der selbst ein Befreiter, jagt für den United States Marshals Service flüchtige Sklaven. Im zweiten verfolgen wir diverse Protagonisten in ihrem Alltag auf diesem ungemütlichen Planeten. Den ganzen Beitrag lesen »


Neulich bin ich dem Grafikformat WebP (Spitzname «weppy») begegnet. Es stammt, so erfährt man von Wikipedia, von den nimmermüden Google-Entwicklern. Und es zeichnet sich durch mehr Effizienz als PNG und JPG aus. Sie seien 26 Prozent kleiner als PNGs und 25 bis 34 Prozent kleiner als JPGs.

170216-clowning-around.jpg
Auf den Inhalt kommt es an. (Bild: Clowning Around, Free for Commercial Use/Flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Das ist sympathisch. Bandbreitenverschwendung im Netz ist ein grassierendes Übel. Seit sich Breitband und Flatrate durchgesetzt haben, scheinen die Leute zu glauben, dass es völlig egal ist, ob man eine Website möglichst effizient oder irgendwie durchs Netz schleust. Dass das ein Irrtum ist, merkt man, sobald man sich mit seinem Mobiltelefon mal in eine Gegend wagt, wo es nur Edge gibt. Edge ist gleichzusetzen mit offline, hat Sascha Lobo ja mal so schön gesagt.

Ob nun nicht maximal effiziente Dateiformate das grösste Problem sind, wage ich zu bezweifeln. Den ganzen Beitrag lesen »



Matthias Schüssler

Matthias Stadtfilter kleinIn diesem semiprivaten Blog geht es um Tech, Medien, Podcast, Radio und Off-Topic wird zum Topic erklärt.




Google Adsense

Digitale Patentrezepte

Einmal pro Woche gebe ich drüben bei Tagesanzeiger.ch praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

dpr01b-still.jpg

patentrezepte.tagesanzeiger.ch

Podcast!

Archiv