Facetune (4 Franken fürs iPhone und für Android) verfolgt die Philosophie, dass man nicht auf das perfekte Foto warten soll, sondern stattdessen einfach seine mittelmässigen Selfies auf Hochglanz poliert. Sprich: Man motzt seine Portraitfotos mit allen Mitteln der Technik auf: Man glättet die Haut, macht gelbe Zähne weiss, betont Lippen und Augen, entfernt Augenringe, Pickel und Hautunreinheiten und verdeckt Lücken in der Haarpracht.

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Beim Glätten werden Hautunreinheiten eliminiert. Wie es geht, erklärt das Tutorial (rechts).

Und wenn alles nichts hilft, wirft man den guten alten Weichzeichner aufs Bild oder greift zum Verformungswerkzeug – das macht die Proportionen des Gesichts wohlgefälliger und fördert die Schönheit ungnemein.

An dieser Stelle gibt es einen grossen Elefanten im Raum. Klar, die moralische Frage. Ist es Beschiss am Betrachter, wenn man ihm nicht «die Wahrheit», sondern eine aufgemotzte Version der Wahrheit zeigt? Den ganzen Beitrag lesen »


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Ein Homescreen-induzierter Drogentrip mit Kuh.

Die Zeit der simplen Instagram-Effekte ist durch. Wenn man heute für Furore sorgen möchte, muss man bei seinen Algorithmen gehörig aufrüsten und zum Beispiel maschinelles Lernen ins Feld führen. Dann kriegt man aber auch einen schönen Hype hin, wie die Prisma-App (iPhone und Android) es in diesem Sommer bewiesen hat.

Prisma und die anverwandten Apps mit ihren Künstler-Kopisten-Algorithmen sind aber auch wirklich ein hervorragender Zeitvertreib für Foto-Spielkinder. Besonders schräg treibt es die App Pikazo (kostenlos fürs iPhone). Den ganzen Beitrag lesen »



Die Schärfe per Mausklick verschieben – eines meiner Lytro-Testbilder.

Für den Tagi habe ich mich letzten Mittwoch an die spannende Frage herangewagt, was die technische Entwicklung mit der Fotografie macht. Die Erkenntnis: Sie verändert alles, nichts bleibt beim alten. Die Phrase This changes everything wäre für einmal angebracht.

Für den Text Fotografieren jenseits der Physik habe ich mir auch einige Apps angeschaut, die man in den Bereich der Computational Photography einordnen würde. Namentlich Fokus Pokus von Dominik Seibold, im Apple App-Store erhältlich.

Diese App simuliert den Effekt, den man für viel Geld mit einer Lichtfeldkamera wie der Lytro (siehe Fotopioniere vor!) direkt und ohne App erzielen kann. Den ganzen Beitrag lesen »


Meine Kollegin Simone Luchetta hat neulich für die Sonntagszeitung den Artikel Am Handy Mondrian, Mangas und Monet perfekt kopieren über die jüngste Generation der Bildbearbeitungs-Apps geschrieben. Diese Apps legen nicht einfach simple Effekte die Fotos mit komplexen Algorithmen zuleibe rücken. Es werden nicht einfach nur simple Effekte über die Fotos gelegt. Nein, die Bilder werden digital dekonstruiert und neu aufgebaut. So lassen sich die Malstile bekannter Künstler nachbilden und erstaunliche Fälschungen produzieren. Man kann sagen: Das Instagram-Zeitalter ist durch. Wer heute mit einer App für Furore sorgen will, muss sich mit maschinellem Lernen herumschlagen und

Ich habe mir den Spass gemacht, eines meiner Handyfotos durch alle vier Apps hindurchzuagen.

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Prisma (iPhone) hat ein Herz für Expressionismus.
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MSQRD ist eine der Apps, die ich schon monatelang auf dem iPhone habe und bei der ich mich immer mal wieder frage: Soll ich sie jetzt im Blog vorstellen oder einfach ignorieren? Fürs Ignorieren spräche, dass es eine typische Hype-App ist, die vor Monaten schon durch alle Blogs geschleppt wurde. Fürs Ignorieren spräche auch, dass es sich um eine typische Sauglattismus-App handelt, die nichts Nützliches tut.

Andererseits ist diese Haltung auch etwas moralinsauer. Ohne nun gleich in Begeisterung für die (allen Unkenrufen zum Trotz nicht totzukriegenden) Furzkissen-Apps auszubrechen, muss man auch nicht von jedem App-Entwickler eine hochtrabende Mission erwarten. Billige Unterhaltung ist auch im App-Store erlaubt.

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Ich und zwei meiner Alter Egos.

Für MSQRD (kostenlos für iPhone und Android) spricht jedenfalls, dass sie technisch beeindruckend ist. Sie entdeckt im Live-Kamerabild den Kopf und dessen Position im Raum und setzt einem in Echtzeit eine virtuelle Verkleidung auf. Man wird instantan zum Haifisch oder zum Ork, zum Angry Bird oder einem niedlichen Puma, zum Zombie oder zum Osterhäschen. Im Katalog gibt es acht Kategorien (Tiere, Filme, Gesichter, Sport, Gefühle, etc.), wo man Dutzende von Effekten findet. Den ganzen Beitrag lesen »



Matthias Schüssler

Matthias Stadtfilter kleinIn diesem semiprivaten Blog geht es um Tech, Medien, Podcast, Radio und Off-Topic wird zum Topic erklärt.




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Einmal pro Woche gebe ich drüben bei Tagesanzeiger.ch praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

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