Der Unfalltod von Ueli Steck hat letzte Woche, nebst dem fulminanten Start von Repulik.ch, in meiner Timeline virtuelle Wellen geworfen. Es hat sich sehr schnell eine Kluft aufgetan. Auf der einen Seite gab es denjenigen, die betroffen waren (sind) und ihre Anteilnahme ausgedrückt haben. Auf der anderen Seite gab es Leute, die zum Ausdruck brachten, dass hier einer bewusst ein extremes Risiko eingegangen ist und den Tod gefunden hat. Das sei dann quasi Berufsrisiko – und somit kein Grund für Mitgefühl.

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Den Berg zu besteigen, scheint genauso schwierig, wie auf Facebook eine vernünftige Debatte zu führen. (Bild: Nepal 31 von Sam Hawley/Flickr.com, CC BY 2.0)

Ich habe ab und zu diese Momente, wo ich es bedauere, nicht Philosophie studiert zu haben. (Ich habe mal ein Semester damit zugebracht, dann aber vor der Lektüreliste kapituliert.) Es werden nämlich zwei Fragen aufgeworfen. Erstens: Warum verstehen die einen Leute dieses Bedürfnis, sich in Gefahr zu bringen, um «einen Traum zu leben»? (Die Anführungszeichen drücken aus, dass die Redewendung sehr abgegriffen ist, mir aber nichts weniger Floskelhaftes eingefallen ist.) Und warum haben andere dafür überhaupt kein Verständnis, sondern halten Extrembergsteiger, Basejumper, Autorennfahrer für rücksichtslos? Diese Fraktion vertritt den Standpunkt, solche Adrenalinjunkies seien Egoisten, die sich nicht darum kümmern, dass sie ihrem Umfeld ständig Angst und Sorge bereiten und im Fall eines Unglücks auch die Trauer über den verfrühten Verlust aufbürden.
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Wenn man das Brett bohrt, kommt so etwas dabei heraus.

Ich glaube, ich werde alt.

Da bin ich neulich per Zufall über diesen Artikel hier gestolpert. Vor 13 Jahren, im August 2004, habe ich auf vier Druckseiten Blender vorgestellt. Das ist ein monumentales Werkzeug aus dem Bereich der freien Software fürs Rendern von dreidimensionalen Bildern und Filmen. Ich habe mich damals offensichtlich intensiv mit ihr auseinandergesetzt. Es gibt da nämlich sogar ein Illustration mit einer dreidimensional gerenderten Schweizer Karte, auf der kleine Autos herumfahren.

Da dachte ich, es wäre doch mal wieder an der Zeit, einen frischen Blick auf Blender zu werfen: Sehen, was man damit inzwischen anstellen kann. Ein bisschen Spass haben, wie wir Nerds das so tun.

Aber wisst ihr was? Es lief ganz anders: Software herunterladen, öffnen… den Kopf schütteln, Software schliessen und löschen!
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Neulich hatte ich eine nette Diskussion mit Herrn Mumprecht vom SMD. SMD ist die Schweizer Mediendatenbank, die Artikel von den grossen Schweizer Medien durchsuchbar bereithält. Es ging um HTML.

Ich gebe ja zu, ich diesbezüglich etwas exzentrisch gestrickt. Ein Chaos in der Wohnung lässt mich kalt. So lange man sich einen Weg zum Kühlschrank bahnen kann, ist alles okay. Aber aufgeblähter HTML-Code geht mir gegen den Strich.

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So kann man HTML natürlich auch machen.

Nun ist es so, dass ich seit Jahren ein Archiv meiner Artikel unterhalte. Einerseits als Datenbank, andererseits als Text und PDF. Das tue ich aus diversen Gründen: Zur Pflege meines Portfolios, für die ProLitteris und vermutlich auch aus einem womöglich fehlgeleiteten Berufsstolz heraus. Aber man will ja jederzeit in der Lage sein herauszufinden, was man vor x Jahren zu diesem oder jenem Thema für einen Unfug verbreitet hat.

Schliesslich vereinfacht ein schönes Archiv auch Zweitverwertungen, zum Beispiel in Buchform. Die (inzwischen leider vom Fortschritt überholten) Kummerbox-Bücher haben sich so mit vergleichsweise geringem Aufwand produzieren lassen. Es braucht im Wesentlichen nämlich nur einen Copy-Befehl:
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Mit iOS 10.2 kam das Selfie-Emoji. Ich meine, allein das Wort… müsste ich es meiner Grossmutter erklären, käme ich ganz arg ins Schwimmen. Dabei hat sie zumindest eine vage Vorstellung von dem, was ein Smartphone so tut. Aber wenn ich mich zurück in meine Primarschulzeit versetze, dann wäre das Konzept für die Leute damals – mein zwölfjähriges Ich eingeschlossen – nur mit viel Aufwand vermittelbar. Das Fernsehen damals war schwarzweiss1. Telefone waren schwarz und aus Bakelit. Sie hingen an der Wand und waren nur zum Telefonieren da.

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Eine Rarität in meiner Fotosammlung: Ein Bild mit mir selbst drauf. Plus rechts das Reenactment.

Kommunikativ gesehen lebten wir im Mittelalter. Denn auch wenn ich nicht mehr genau sagen kann, was damals ein Ferngespräch pro Minute gekostet hat, war es doch so, dass die Nutzung des Telefons aufs Nötigste zu beschränken war. Stattdessen haben wir fleissig die Briefpost genutzt. Wie Schiller und Goethe, nur weniger literarisch. Und in denen waren Emoji bekanntlich nicht gebräuchlich. Obwohl sie zu der Zeit besonders praktisch gewesen wären. Die Schweizer Post hatte noch bis in die 1980er Jahre ein Tarifsystem, nach dem Postkarten vergünstigt transportiert, wenn maximal fünf Worte darauf standen. Wohl, weil der Pöstler an denen weniger schwer zu tragen hatte. Mit fünf Emojis erzählt man, wenn man geschickt ist, einen halben Roman.

Auch das Selfie war damals schon als Konzept völlig verquer. Den ganzen Beitrag lesen »


Mit einem reichlich schlechten Gewissen vermelde ich: Ich habe mich neulich als Urheberrechtstroll betätigt. Anlass war mein Interview mit Richard Stallman, das jemand von Youtube herunter- und 1:1 unter seinem Account nochmals veröffentlicht hat. Ich habe also auf den Melden-Link geklickt, angegeben, dass mein Urheberrecht verletzt wird und abgewartet, was passiert.

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Yep.

Bemerkenswert ist dabei, dass Youtube einen bei einer solchen Copyright Complaint Submission diverse Dinge abnicken lässt. Man muss bekräftigen, dass einem «bekannt ist, dass die wissentliche Falschbeschuldigung einer Urheberrechtsverletzung rechtliche Folgen nach sich ziehen kann». Und dass man «weiss, dass der Missbrauch der Meldefunktion zur Kündigung meines YouTube-Kontos führt». Youtube will vermeiden, dass man mit den Melden-Knopf für Schindluder benutzt. Was durchaus einleuchtend ist – denn bei mehr als einer Milliarde Nutzer ergeben schon Missbrauchsfälle im Promillebereich in absoluten Zahlen gigantisch viele potenzielle Streitfälle. Den ganzen Beitrag lesen »



Matthias Schüssler

Matthias Stadtfilter kleinIn diesem semiprivaten Blog geht es um Tech, Medien, Podcast, Radio und Off-Topic wird zum Topic erklärt.




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