Der Artikel und das Video bei Tagesanzeiger.ch.

Ich bin ein bekennender Fan von Wolfram Alpha und habe es nun endlich geschafft, die App (iPhone/iPad und Android) in ein Video hineinzubekommen. Da ich bei solchen Vorstellungsrunden immer eine Handvoll Apps zu einem gemeinsamen Nenner auffahren möchte, war die Herausforderung, ähnliche Apps zu finden. Das war nicht einfach, da Wolfram Alpha eigentlich einzigartig ist. Nicht einmal alternativeto.net (siehe Alternativen zu einem unersetzlichen Webdienst) kann weiterhelfen. Man erhält dort Empfehlungen zu mathematischen Programmen und Taschenrechner-Apps. Aber darum geht es ja nicht: Wolfram Alpha ist eine «computerbasierte Wissensmaschine» (als etwas holperige Übersetzung von «computational knowledge engine»): Ein Webdienst, der zu Anfragen Daten, Fakten und Statistiken zurückliefert – und diese entsprechend den Interessen des Fragestellers aufbereitet.

Das ist schwieriger als Googeln, aber oft auch viel effizienter. Darum bin ich auf die Idee verfallen, Wolfram Alpha durch weitere Apps zu ergänzen, die einem Wissen vermitteln und Informationen liefern – also Rechercheinstrumente sind, auf die man sich auch verlassen kann. Da ist die Auswahl nicht sehr gross, zumindest, wenn man einigermassen allgemein bleiben möchte. In speziellen Fachgebieten gibt es überall Apps, die man vorstellen könnte. Ich bin bei meinen Recherchen zum Beispiel Art Authority fürs iPad (1 Franken) begegnet oder auch iNaturalist (Gratis, iPhone). Aber ich wollte beim Allgemeinwissen bleiben. Wie gut mir das gelungen ist, darüber kann man natrülich streiten. 😏

Jedenfalls erstaunlich, dass es keine richtig überzeugenden Apps zu den Stichworten Allgemeinbildung, Allgemeinwissen gibt. Man findet natürlich Wikipedia-Apps. Aber meinen Favoriten V für Wikipedia habe ich bei einer früheren Gelegenheit bereits vorgestellt. Nämlich hier: Wenigstens die Apps können sich sehen lassen

… übrigens, als kleiner Einschub, gehen die Meinungen bezüglich Redundanz weit auseinander. Ich habe Kollegen, die keine Mühe haben, ihre Lieblings-App mehrfach (böse Zugen würden sagen: bei jeder Gelegenheit) vorzustellen. Ich bin da zurückhaltender. Ich denke, so lange es interessante Apps gibt, sollte man als Journalist stets versuchen, den Horizont zu erweitern – den eigenen und den der Leserinnen. Man kann immer noch in einem Nebensatz seinen Favoriten nochmals kurz erwähnen und dort auf die ursprüngliche Rezension verweisen.

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Wann war es in Zürich, Athen und Reykjavik gleich warm? Wolfram Alpha findet es heraus.

Jedenfalls wollte ich auch sehen, ob es keine Alternativen zu Wikipedia gibt. Nicht dass ich Wikipedia nicht lieben würde. Aber man sollte sich bei seinen Recherchen eben nicht nur auf Wikipedia verlassen, sondern noch andere Quellen konsultieren. Und darum wollte ich in dem Beitrag (aus Eigeninteresse) entsprechende Apps vorstellen.

Aber wie gesagt: Es gibt zum Allgemeinwissen vor allem Quiz-Apps und ähnliches, oder dann Apps, die sich an Schüler und Studis richten. Eine veritable Enttäuschung war Brockhaus (Android und iPhone/iPad). Die App benötigt einen «individuellen Institutions-Zugang» für die Anmeldung. Als Normalsterblicher kommt man nicht weiter – nicht mal, wenn man zahlungsbereit wäre. Was soll der Quatsch? Das ist doch ein Paradefall von bildungsbürgerlichem Herrschaftswissen.

Eine App, die halbwegs gepasst hätte, wäre Getucated gewesen (6 Franken bzw. 6.80 Fr. für iPhone und iPad und Android). Aber die habe ich fürs Video etwas zu spät entdeckt. Ich behalte sie für eine allfällige Neuauflage im Auge. Jedenfalls auch hier die Aufforderung: Falls ihr noch Apps kennt, die zum Thema passen würden, dann lasst mich das via Kommentare wissen! Wenn genügend Vorschläge zusammenkommen, werde ich einen zweiten Teil machen. Denn Wissens-Apps kann man nie genug haben, oder?