Im Blog hier stelle ich bekanntlich Apps vor. Da habe ich mich gefragt: Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, durch eine einzige Suche festzustellen, für welche Plattformen es eine App gibt? Jetzt suche ich einfach via Google, mit dem Suchparameter site:itunes.apple.com OR site:play.google.com. Das funktioniert okayish, wenn man den genauen App-Namen einträgt. Es funktioniert aber nicht gut bei der Suche nach Stichworten, wenn es beispielsweise darum geht, das Angebot der beiden Stores zu vergleichen.

Und schön wäre natürlich, wenn die Resultate gebündelt würden: Diese App gibt es für Android, iPhone und iPad, und da sind die drei Links dazu. Und wenn man ganz extravagant werden will, könnte man sogar den Windows-Store (site:microsoft.com/de-ch/store) miteinbeziehen. Ja, ich gebe zu, ich bin wahnsinnig anspruchsvoll.

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Es clasht fürchterlich in den Stores.

Es gibt nun auch einige App-Suchmaschinen. Wie gut sind die als Rechercheinstrument? Hier eine kurze Kritik anhand des Suchbegriffs «Clickomania». Dazu gibt es eine überschaubare Menge an Treffern und ich kann die Qualität beurteilen, ohne eine App herunterladen zu müssen. (Gott bewahre!)

AppZapp.ch, vor Kurzem hier vorgestellt. Man sieht die wesentlichen Informationen (Preis, Hersteller) auf einen Blick und kann die Liste sortieren und filtern. Aber: Es werden nur Apps fürs iPhone und iPad aufgeführt.

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AppZapp: Nicht verkehrt. Aber nicht für Android.

appapp.io entdeckt nur das Spiel Touch League im Apple-App-Store. Diese Suchmaschine übersieht die beiden anderen Titel ClearTheBubbles und Hexablocks, die die anderen Such-Engines zum Stichwort «Clickomania» aufstöbern. Damit ist die Suche auch schon draussen. Trotzdem noch diese Hinweise: Länderwechsel ist möglich, aber es stehen nur Kanada, Australien, UK und Indien zur Auswahl. Was mir hier gefällt sind einzig die Filtermöglichkeiten: Man kann nach Rating, nach Gerät und Kategorie eingrenzen und vor allem auch Apps mit In-App-Käufen fernhalten.

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AppApp: Was übersehen.

fnd.io durchsucht nur den Store von Apple und zeigt vor allem die Screenshots an. Man kann immerhin vom US-Store auf die einzelnen Länder-Stores wechseln. Praktisch, wenn man Apps nach dem Aussehen auswählen möchte, ansonsten wenig nützlich.

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Fnd: Für Screenshot-Fetischisten.

appcrawlr.com ist optisch ansprechend und sucht nach iOS-Apps und Android. Allerdings nicht gleichzeitig. Man muss die Plattform beim Start wählen und kann nach der Suche nicht mehr umschalten. Die Suchresultate sind allerdings unbefriedigend. Gefunden wird nur eine Variante, die ich seinerzeit hier im Blog vorgestellt habe, die es inzwischen nicht mehr gibt. Gesucht wird scheinbar nur nach dem Namen, nicht aber nach Stichworten. Das bringt IMHO nichts. Sinnvoll wäre eine Suchoption explizit nur nach Namen, doch ohne Einschränkung sollte möglichst breit gesucht werden. Ansonsten wäre diese Plattform nett – mit Einschränkungsmöglichkeiten nach Zielgruppe wie Kinder oder Familien und mit Vorschlägen ähnlicher Apps.

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Appcrawlr: Apps von der Müllhalde der Geschichte.

apppicker.com findet die bereits erwähnte obsolete Version von Clickomania, plus Touch League. Zusatz-Informationen, die man nicht auch bei Apple direkt finden würde, gibt es nicht.

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Apppicker: Die neueste (und einzig noch erhältliche App) am Schluss: #Chamemache

Kurz noch ein paar weitere Suchmaschinen im Schnelldurchlauf:

  • appolicious.com findet gar nichts.
  • appszoom.com ebenfalls nur die nicht mehr verfügbare Variante.
  • appshopper.com stösst nur «Touch League».
  • appannie.com benötigt eine Registrierung und ist deswegen raus.
  • apptism.com hat eine kaputte Suchfunktion.
  • appfelstrudel.com hat den coolsten Namen, findet aber auch nur die ausgelaufene Version von 2010.
  • knicket.com liefert nur die nicht mehr erhältliche Clickomania-Version.
  • … und jetzt ist es mir verleidet. Falls ich noch eine gute Suchmaschine übersehen haben sollte, bitte in die Kommentare damit. Ich reiche dann die Einschätzung nach.

Übrigens: Es ist natürlich nicht zufällig, dass die meisten App-Suchmaschinen sich auf den Apple-App-Store konzentrieren. Sie finanzieren sich über Geld das iTunes-Affiliation-Programm, das für App-Verkäufe eine kleine Provision entrichtet. Auch ich nutze diese Links hier im Blog. Und da ich bekanntlich für volle Transparenz bin, hier der Hinweis, dass ich damit 2016 eine Einnahme von 20.23 Franken erzielt habe: 2025 Klicks, 227 verkaufte Artikel und ein Umsatz von 289.01 Franken für Apple. 2017 bewegt sich bislang in ähnlichem Rahmen.

Google seinerseits bietet kein Affiliate-Programm für seinen Store. Es gibt zwar ein Affiliate-Programm, das aber (aus unerfindlichen Gründen) nur Filme und Serien, Bücher, Musik und Musikabos provisioniert. Entsprechend ist es für die Meta-Suchmaschinen unattraktiv, auch Inhalte von Google Play anzubieten. Und ich könnte mir vorstellen, dass eine Konsolidierung der Resultate in einer Liste Probleme mit Apple und/oder Google verursachen würde. (Warum auch immer.)

Fazit: Der Betrieb einer alternativen Suchmaschine drängt sich nicht so richtig auf. Man kann zwar auch mit Werbung noch ein bisschen Geld verdienen, aber reich wird man nicht damit. Und Fazit für mich: Ich werde weiterhin mit Google operieren.