Wer, wie ich, einen Netzwerkdrucker verwendet, wird sich vielleicht auch schon gefragt haben: Wie zum Henker ändere ich bei Mac OS X die IP-Adresse dieses Druckers? Es kann passieren, dass man anpassen muss – beispielsweise, wenn man den ISP und den Router wechselt.

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IP-Adresse ändern? Fehlanzeige!

Wenn man beim Mac via Systemeinstellungen bei Drucker & Scanner einen Augenschein nimmt, dann ist man einigen Klicks, zum Beispiel auf Optionen & Füllstände, ernüchtert. Man kann den Drucker umbenennen, mehr aber auch nicht. Weitere Anpassungsmöglichkeiten, zum Beispiel eben für die IP-Adresse, sucht man vergebens. Echt, Apple? Man muss ja nicht so weit gehen wie Microsoft, die aus der Druckerkonfiguration bei Windows eine Lebensaufgabe für studierte Informatiker gemacht haben. Aber ein paar mehr Checkboxen und Dropdownlisten wären schon ganz okay.

Durch Googeln bin ich auf diesen Thread hier und auf die Empfehlung gestossen, 127.0.0.1:631/printers aufzurufen. 127.0.0.1 ist bekanntlich «home sweet home» im Netz bzw. der Localhost. Und am Port 631 läuft offenbar eine Weboberfläche für die Druckerverwaltung.

Naja, zumindest bei meiner Frau. Bei meinem Mac erscheint folgende Meldung:

Die Weboberfläche ist zurzeit deaktiviert. Verwende cupsctl WebInterface=yes, um sie zu aktivieren.

Fragt sich: Wo? Naheliegende Antwort: Am Terminal. Und tatsächlich: Obwohl keinerlei Bestätigung erfolgt, erscheint nun eine Liste mit allen installierten Druckern. Wählt man einen Drucker aus, erhält man eine Übersichtsseite mit den Druckjobs, die man löschen, umsortieren oder anhalten kann. Und über zwei Dropdown-Menüs gibt es diverse Möglichkeiten: Man kann unter Maintenance Testseiten drucken, den Drucker anhalten und alle Jobs löschen.

Bei Administration findet man die gesuchten Konfigurationseinstellungen. Bei Modify Printer wird man erst nach seinem Benutzerpasswort gefragt, um dann die Verbindungseinstellungen ändern zu dürfen. Da gibt es eine Latte von Möglichkeiten1, bei der ich mich bei meinem Drucker fürs Internet Printing Protocol entscheide und dann tatsächlich auch die IP-Adresse eintragen bzw. ändern darf.

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Wer bei Cups an BHs denkt, ist hier falsch.

Im Administration-Menü hat man noch mehr Optionen: Man kann den Drucker löschen, als Server Default setzen und zugelassene Benutzer festlegen bzw. nichtdruckberechtigte Benutzer fernhalten (See allowed users).

Nützlich auch Set Default options, wo man bei meinem Drucker die vier Vorgaben für Mediengrösse (A4 statt Letter), Auflösung, Medienquelle (Schacht) und Doppelseitig drucken einstellen darf.

Fazit: Für Apples sprichwörtliche Benutzerfreundlichkeit sind diese Optionen etwas gar gut versteckt. Aber dank dieses Blogs wisst ihr jetzt ja trotzdem, wo ihr suchen müsst.

Und schön, dass man hier klar sieht, bei wem man sich bedanken muss, dass der Mac überhaupt drucken kann: Nämlich bei den Leuten von Cups.

Footnotes

  1. Für den Ricoh-Drucker ein dnssd-Eintrag, für lokale Printer Epson Fax und HP Fax, für Netzwerkdrucker LPD/LPR-Host oder -Drucker, Internet Printing Protocol (IPP), Windows printer via spoolss und AppSocket/HP JetDirect. ^top