Bei Spielen wandle ich gerne auf ausgetrampelten Pfaden, genremässig. Knobelspiele, Sudoku, vielleicht mal einen Endless Runner – viel mehr ist da nicht, wie auch ein Blick die Spieltipp-Rubrik in diesem Blog bestätigt. Da bespreche ich auch gerne neue Varianten altbekannter Spiele. Wie zum Beispiel jetzt hier sieben Sudoku-Varianten, die mir neulich begegnet sind.

Das Fazit gleich vorneweg: Die beste Variante ist und bleibt – zu meinem Leidwesen als Blogger, der hier gezwungen wird, alten Wein in neue Schläuche abzufüllen – die vor Urzeiten im Beitrag Hirntraining ohne Altpapier vorgestellte App «Big Bad Sudoku Book». Sie bleibt meine Lieblings-Sudoku-Variante. Es gibt sie hier in einer Lite-Version und hier in der kostenlosen Vollversion mit In-App-Käufen. Dumm nur: Sie läuft nicht mehr unter iOS11. Darum ist dieser Beitrag hier nicht ganz nutzlos.

Also:

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Sudoku Pro Edition (links): Die Farben sind hilfreich.
Sudoku von Easybrain (rechts): Nützliche Markierungen zu der ausgewählten Zahl.

Sudoku Pro Edition Das ist eine simple Sudoku-Variante, die das Rad nicht neu erfindet und auch nicht durch eine besondere Funktionsvielfalt glänzt. Was mir aber gefällt, ist die farbliche Markierung der Zahlenfelder. Jede Zahl hat eine Farbe hinterlegt: Eins ist rot, zwei ist orange, drei ist gelb, und so weiter. Das erleichtert die Orientierung, denn man erfasst die Verteilung der Zahlen anhand der Farben schneller und intuitiver.

Es gibt auch die Möglichkeit, nur mit Farben zu spielen, was etwas ungewohnt ist – aber dem Spiel einen Extra-Kick gibt. Zusätzlich kann man auch mit Buchstaben oder mit Marken-Logos (Twitter, Instragram, Pinterest, Wordpress, Google, Windows, Torrent und – warum auch immer – Playboy) spielen. Was etwas weniger zwingend ist.

Fazit: Ein origineller Dreh, den eingefleischten Sudokuianern womöglich gerade recht kommt.

Sudoku von Easybrain Diese Variante stellt mit der Stift-Funktion auch ambitionierte Sudoku-Spieler zufrieden: Mit der trägt man in einem Feld die möglichen Zahlen ein und kann so auch wie das Negativraster, die Intersections, naked pairs, chains, wings oder fishes anwenden. Das mache ich allerdings höchstens in den Ferien – wenn ich Sudoku in der S-Bahn spiele, dann nur mit Partien, die man ohne Bleistiftmarkierungen lösen kann.

Der Clou bei Easybrain sind einerseits die Bereichsmarkierungen. Sie zeigen, welche Felder die gerade markierte Zahl beeinflusst, d.h. wo die gleiche Zahl nicht stehen kann. Das hilft beim Überfliegen.

Andererseits gibt es die tägliche Herausforderung (daily challenge). Das ist ein Feature, das ich noch ganz gerne mag, zum Beispiel auch bei der Microsoft Solitaire Collection. Natürlich muss man darauf achten, dass man, wenn man diverse Spiel-Apps mit daily challenges am Start hat, überhaupt noch zum Arbeiten kommt. Aber das ist ein nachgelagertes Problem. Schade: Man erhält keine Rangliste oder wenigstens eine kleine statistische Rückmeldung zur täglichen Herausforderung. Dabei würde man natürlich gerne wissen, wie man sich im Vergleich zu der Weltbevölkerung so geschlagen hat.

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Sudoku :) (links): Hier spielen die ganz schnellen Spieler.
Just Sudoku (rechts): Bei der Variante kann man sich am «Jigsaw»-Spielmodus probieren.

Sudoku :) hat eine etwas bünzlige Grafik. Mir gefällt bei der Variante aber die farbliche Markierung. Tippt man eine Zahl an, sieht man ihre Verteilung auf dem Feld. Ansonsten gibt es Statistiken zu den gespielten Partien und eine Integration ins Game Center. Dort kann man sich mit anderen vergleichen. Apropos: Laut Game Center hat «Rumcake Mama» eine Sudoku-Partie der Schwierigkeitsstufe Medium in 20 Sekunden gelöst. Sie ist damit die beste von 1,57 Millionen Spielern. Und ich frage mich:

20 Sekunden!!11!!? Wenn, sagen wir, die Hälfte der 81 Felder frei waren, dann hätte sie zwei Feldchen pro Sekunde ausfüllen müssen – das ist allein motorisch schwierig. Darum frage ich mich schon, wie hackbar dieses Game Center eigentlich ist.

Just Sudoku ist eine minimalistische Variante, die keinerlei Hilfestellung bereithält und während des Spielens noch nicht einmal Fehler kenntlich macht. Man kann die Option Fehler zeigen aber in den Einstellungen aktivieren.

In den Optionen gibt es auch die Schlauen Knöpfe. Die sorgen dafür, dass die Zahlen, die beim markierten Feld nicht zulässig sind, abgeblendet werden. Das ist natürlich eine Betrugshilfe, indem man einfach ein Feld nach dem anderen auswählen kann, bis eins kommt, das nur eine Zahl zulässt.

Es gibt bei dem Spiel auch den Jigsaw-Spielmodus, bei dem die Neunerblöcke nicht quadratisch angeordnet sind, sondern unregelmässig. Die anderen Regeln – jede Zahl nur einmal pro Block, Reihe und Zeile, gelten natürlich weiterhin. Das bedeutet, dass manche Lösungsstrategien, die einem in Fleisch und Blut übergegangen sind, nicht anwendbar sind. Ich werde mit der Puzzle-Variante nicht so richtig warm, auch wenn er tatsächlich für Abwechslung sorgt.

👍 Sudoku Puzzle World nervt ein bisschen, weil es, noch bevor man eine Partie in Angriff nehmen kann, bereits eine Werbeeinblendung vornimmt. Abgesehen davon ist es die schönste hier vorgestellte Variante: Mit hübschen Hintergrundbildern, dezenten Animationen und Hervorheben der markierten Zahl auf dem Spielfeld kann man als Gelegenheitsspieler nichts falsch machen (👍). Es gibt auch eine Notiz-Funktion. Was mir an dieser gut gefällt: Wenn man eine Zahl auf dem Spielfeld einträgt, wird diese Zahl bei den Notizen automatisch gelöscht. Bei vielen anderen Apps muss man das manuell machen. Klar, so wäre es auch beim Spiele auf Papier. Aber das ist sehr dröge Arbeit, die einem die App gerne abnehmen darf (siehe auch Option Clear incorrect notes after each correct anwer).

Man kann in den Einstellungen den Hintergrund ändern und es gibt eine Game-Center-Anbindung. Zu kritisieren wäre die schlechte deutsche Übersetzung und die aufdringliche Werbung. Wenn man die wegbekommen will, kostet das drei Franken.

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Sudoku Epic: Schräge Varianten wie das Sechser-Sudoku und Wordoku.

Sudoku Epic bietet als spezielle, schnelle Spielvariante mit 6 Feldern. Wobei, schnell der falsche Ausdruck ist. Ich habe anfänglich länger gespielt als bei einem normalen, einfachen oder mittelschweren Sudoku. Einerseits, weil es ungewohnt war. Andererseits, weil relativ wenige Felder vorausgefüllt waren und ich offenbar eine Partie erwischt hatte, die nur mit Notizen überhaupt zu lösen war. Immerhin kann man sich die Notizen automatisch ausfüllen lassen – klar, das ist eigentlich Beschiss, aber die möglichen Zahlen von Hand einzutragen, ist einfach auch eine höchst mühsame Angelegenheit Jedenfalls ist 6-mal-6-Spielmodus schneller zu lernen als die bei «Just Sudoku» erwähnte Jigsaw-Variante.

Störend hier ebenfalls die viele Werbung, sowie der ungewohnte Spielmodus: Man muss erst unten die Zahl wählen, dann das Feld antippen, bei dem man die Zahl «ablegen» möchte. Da es bei allen anderen Spielvarianten umgekehrt ist, platziert man bei diesem Spiel ständig die falschen Zahlen. Man kann das aber durch die Einstellung Wähle zuerst eine Zelle aus beheben.

Nebst der Sechservariante kann man Wordoku und Killer-Sudoku spielen; plus die tägliche Herausforderung. Bei Wordoku gibt es Buchstaben statt Zahlen, was die Sache etwas erschwert: Man muss sich merken, welche Buchstaben mit im Spiel sind. Dafür wird man mit einem Lösungwort belohnt, das sich in der Diagonalen ergeben sollte. Beim Killer-Sudoku gibt es zusätzliche farblich markierte Gebiete, die eine kleine Zahl enthalten. Die Zahl gibt die Summe der eingefügten Ziffern an. Auch eher nichts für mich, weil ich nicht unbedingt kopfrechnen will.

Trotzdem: Wenn man auf Varianten steht, ist Sudoku Epic eine gute Wahl. Der In-App-Kauf zur Entfernung der Werbung, plus ein paar weitere Boni, kostet 3 Franken.

Sudoku 3D ist genau das, was der Name verspricht: Sudoku auf einem Würfel: Man sieht drei Sudoku-Partien, die man gleichzeitig bzw. parallel spielt. Der Clou: Es gibt einen Block, der bei allen Partien gleich ist. Es ist derjenige, der bei allen Flächen an der vordersten Ecke des Würfels gelegen ist. Wenn man bei einer Partie nicht weiterkommt, spielt man bei einer der anderen so lange weiter, bis man eine Zahl im gemeinsamen Block herausbekommt.

Die Frage ist: Will man das spielen? Meine Antwort … ächz, nein. Zwischen drei Sudokus zu wechseln, ist etwas für Masochisten. Aber vielleicht gibt es die ja unter der Leserschaft. Oder solche Leute, die ihre Partien ebenfalls in zwanzig Sekunden durch haben – dann liesse sich mit der Tripel-Variante der Spielspass immerhin auf 60 Sekunden ausdehnen.

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Sudoku Puzzle World (links): Hübsches Design und schöne Animationen.
Sudoku 3D (rechts): Drei Partien gleichzeitig oder wenigstens parallel. Da raucht die alte Rübe.