Ich gehöre nicht zu den preissensitiven Leuten. Mir ist es zu mühsam, in der Zeitung nachzusehen, welche Sorte Fleisch gerade mit wieviel Prozent Rabatt verkauft wird, dann deswegen zum Lidl oder Denner zu fahren und mir noch ein Rezept zu überlegen, wie man aus einer alten zähen Kuh nun ein schönes Sonntagsmahl hinkriegt. Ich kaufe, was ich brauche und worauf ich Lust habe und sehe dann an der Kasse, wieviel es kostet.

170918-ifttt.png
Ifttt teilt mit, sobald einem ein Entwickler seine App nachwerfen möchte.

Klar, man muss in der privilegierten Situation sein, sich das leisten zu können. Oder man muss die Prioritäten entsprechend setzen und sich anderswo einschränken, zum Beispiel bei der Petro-Mobilität. Aber egal, manchmal kann ich einem guten Angebot nicht widerstehen. Darum habe ich in der Iftt-App das Rezept Get notified when a top app becomes free in the Apple App Store. Die macht genau das, was der Name sagt: Sie informiert darüber, wenn eine Top-App im Apple Store gerade gratis zu haben ist.

Die Information wird von appzapp.net bereitgestellt, einem Informationsdienst über Apps, über den ich sonst nicht sehr viel herausgefunden habe, ausser, dass er in der basellandschaftlichen Gemeinde Münchenstein zu Hause ist. Aber das ist ja nicht a priori ein Nachteil. Ifttt («If this then that») ist ein toller Webdienst, der noch viel mehr kann und der in diesem Blog immer mal wieder zu Ehren kommt, zum Beispiel im Beitrag Wenn Iftt, dann Zeitersparnis.

Und bevor ihr fragt: Ja, es gibt auch ein Rezept für Schäppchenjäger bei Android: Get a mobile notification when a top Google Play app becomes free

170918-appzapp-1.png
Die Appzapp-App erlaubt auch ausgeklügelte Benachrichtigungen – nicht nur, aber auch zu Gratis-Apps.

Das Rezept funktioniert bei mir bestens und hat auch schon die eine oder andere App-Rezension in diesem Blog bewirkt. Nebst dem Geldspar-Aspekt bekommt man über das Rezept auch mit, welche App-Hersteller im Moment heiss auf einen Publikumserfolg sind und nach oben wollen. Denn die Rabatt-Aktionen sind ja typischerweise dazu da, das Publikumsinteresse anzuheizen und sich ins Gespräch zu bringen. Man macht sich, wenn man über die Apps schreibt, entsprechend auch zu einem Teil der Promotionsmaschine. Aber das ist auch nicht schlimmer, als wenn man in seinem Blog euphorisch übers iPhone X berichtet. (Was Clickomania.ch, wie euch vielleicht aufgefallen ist, nicht getan hat.)

Entsprechend kann man kritisieren, dass es meist nicht die «Top-Apps» sind, die gerade kostenlos zu haben sind, sondern Apps mit einer gewissen Strahlkraft, die den Durchbruch aber noch nicht geschafft haben – denn wären sie bereits Top-Seller, würde der Hersteller sie kaum kostenlos machen.

Aber das ist Haarspalterei: Wenn man gerne Apps ausprobiert, dann sind die Ifttt-Rezpete nützliche Hinweise, wo man seine Aufmerksamkeit hinwenden könnte. Und man macht durchaus Entdeckungen, die man sonst wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Trotzdem sind die täglichen Benachrichtigungen auch ein Aufmerksamkeitsfresser, der keinen RoI garantiert: Es werden nämlich auch viele Apps geappzappt, die man selbst zum Nulltarif nicht ausprobieren mag.

Für Leute, die Ifttt nicht nutzen, findet man App-Informationen natürlich auch ganz klassisch über die Website, hier für iOS und hier für Android.. Und es gibt auch Apps fürs iPhone und iPad und für Android.

170918-appzapp-2.png
Die Appzapp-App ermöglicht auch individuelle App-Alarme je nach Interessensgebiet.