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Fiber! (Bild: Pixabay, CC0)

Es geht eine Ära zu Ende. Ich habe meinen UPC-Vertrag gekündigt und bei Init7 angeheuert. Mit der zweimonatigen Kündigungsfrist sollte der Wechsel bis Ende September abgeschlossen sein. Und dank eines Monats Überlappung hoffe ich, möglichst nicht zwischendurch mal ohne Internet dazustehen. (Salt würde es sicherlich danken.) Es sieht aber gut aus: Die Glasfaserdose ist schon montiert und Modem/Router ist auch schon da. Ich glaube, auch die Leitung ist geschaltet. Aber das sehe ich, wenn ich aus den Ferien zurück bin.

Gründe für den Wechsel gibt es mehrere. Der erste und vielleicht wichtigste Grund ist, dass meine Wohnstrasse inzwischen mit Fiber to the Home (siehe auch hier) erschlossen ist. Auch wenn mein bisheriger Anschluss schon so schnell ist, um meine Verwandtschaft in Deutschland vor Neid erblassen zu lassen, darf es auch noch etwas schneller sein. Vor allem die symmetrische Verbindung ist für mich ein Vorteil: Ich lade routinemässig Videos und Podcasts ins Netz. Und auch wenn die stündigen Full-HD-Produktionen eher selten sind, macht mir mehr Tempo das Leben leichter.

Der zweite Grund ist das liebe Geld. Die UPC-Rechnung ist hoch, und ich empfand sie zunehmend als zu hoch. Das hat mit unseren geänderten Nutzungsgewohnheiten zu tun. Wir verwenden die Horizon-Box kaum mehr, weil sich unser Medienkonsum immer mehr zum Streaming hin verlagert hat. Spotify und Netflix sind wichtiger als lineares Fernsehen und Kabelradio. Auch der Festnetzanschluss – der seinerzeit schuld daran war, dass ich überhaupt beim Horizon-Kombi gelandet bin – hat an Bedeutung verloren: Mit unseren Handy-Abos können wir inzwischen auch längere Gespräche mobil führen. Auslandgespräche führe ich seit längerem via Skype (dank Daten-Flatrate auch gerne am Handy).

Der dritte Grund ist der Ärger, den ich mit Horizon-Box und dem UPC-Internetzugang immer mal wieder hatte. Die Stockungen beim Datenfluss habe ich neulich erwähnt. Aber auch das WLAN hat seine Aussetzer. Jedenfalls habe ich die Box in letzter Zeit so oft neu gestartet, dass mein Geduldsfaden immer kürzer wurde.

Und einen vierten Grund gibt es auch: Ich bin nicht unglücklich darüber, die UPC-Ära hinter mir zu lassen: Administrativer Ärger, mehr Ärger inklusive Internetflaute mit temporärer Rückkehr in die Dial-Up-Zeit und einer zähen Aufklärung, mehr administrativer Ärger, nochmals administrativer Ärger, Technik-Knatsch, etc. Man muss dem Unternehmen zugute halten, dass die Mängel in der Administration behoben wurden und es beim Kundendienst heute im Vergleich zu damals sehr zuvorkommend ist. Dennoch will einem das Unternehmen nicht so richtig sympathisch werden – aus Gründen wie dem, dem, dem, dem oder dem. Für Init7 habe ich mich entschieden, weil ich mir von einem kleinen Unternehmen tatsächlich mehr Kundennähe verspreche. Und weil Fredy Künzler mit Herzblut bei der Sache ist und verstanden hat, dass die Internetleitung nichts weiter als eine Leitung zu sein hat – schnell, zuverlässig und ohne dazugebündelten Ballast.

Trotzdem will ich hier nicht im Zorn zurückblicken. Ich verbinde mit der Cablecom meinen allerersten Breitbandanschluss – irgendwann 2002 oder 2003 muss das gewesen sein. (Da ich damals noch nicht gebloggt habe, bleiben die Details im Dunkeln.) Das kann ihnen keiner nehmen. Und in Erinnerung daran ein guter Ratschlag: Die Zeiten ändern sich. Unternehmen wie UPC tun darum gut daran, sich mit ihnen zu verändern – und genau wie die Nutzer flexibler zu werden. Mit einem Angebot, das es dem Kunden maximal einfach macht, Dinge so zu konsumieren wie er möchte. Die Idee, mit exklusiven Inhalten (MySports) die Leute auf die eigene Plattform zu zwingen, ist von vorgestern.

Und was nun den Glasfaseranschluss angeht: Ja, die Konkurrenz muss nun erst einmal beweisen, dass sie es auch wirklich besser macht. Dieses Blog hier bleibt am Ball…