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Die Tragödien der heutigen Zeit beinhalten weniger einen Königssohn, der aus Versehen mit seiner Mutter Geschlechtsverkehr hat, als vielmehr aus verpassten Momenten, die man zwar versucht hat fotografisch festzuhalten, bei denen das Resultat aber technisch nicht dem Zauber des Augenblicks entspricht. Kurz: Es geht um Fotos, die man selbst oder die Kamera versaut hat.

Man kann in solchen Fällen schulterzuckend auf den Löschknopf drücken. Oder man kann versuchen, das beste aus den Aufnahmen herauszuholen. Manchmal hilft schon ein radikaler Beschnitt. Gelegentlich braucht es spezialisierte Reparaturprogramme. Und mitunter kann man versuchen, den Mangel durch einen spektakulären Effekt zu kaschieren. Im Video stelle ich alle drei Methoden vor. Und um ein kleines bisschen vorzugreifen und etwas zu teasen: Der Tipp von morgen in diesem Blog verrät eine weitere sehr schöne Methode, mit denen man technische Mängel zum Verschwinden bringen kann.

Die erwähnten Apps sind Group Shot (siehe auch hier) und das wirklich tolle Touch Retouch, das es auch für Android gibt. Ich stelle auch Smart Deblur vor, eine Software, mit der man Bilder entwackeln kann. Wie man das tut, und wie schwierig es ist, einigermassen brauchbare Verbesserungen zu erzielen, habe ich vor einiger Zeit hier anhand von Blurity gezeigt. Ausserdem gibt es Prisma zu sehen.

Wer Photoshop besitzt, ist übrigens fein raus: Die Funktionen gibt es dort allesamt, ohne dass man separate Apps oder Programme kaufen müsste: Die Entfernung störender Objekte nennt sich «Inhaltsbasiertes Ausbessern» und wird hier beschrieben. Im Beitrag Unerwünschte Objekte aus Fotos entfernen gibt es ein Video dazu. Der Filter Verwacklung reduzieren wird im Hilfebeitrag Bildstabilisierung zum Ausgleichen des Wackelns der Kamera beschrieben.

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Man kann erahnen, dass das Ursprungsbild reichlich unscharf war. Das stört an dieser Stelle aber nicht mehr…

Bilder kombinieren ist auch möglich. Siehe Beitrag Kombinieren von Bildern mit automatisch überblendeten Ebenen.

Im Video aus Zeitgründen nicht erwähnt sind die Methoden zum Hochrechnen zu niedrig aufgelöster Fotos. Das kann passieren, wenn man eine Aufnahme macht, aber nicht nahe genug herankommt, sodass man hinterher so stark beschneiden muss, dass nicht mehr ausreichend Pixel für genügend Schärfe übrig bleiben. Da sind die Möglichkeiten bis anhin beschränkt, wie ich vor vielen Jahren im Beitrag Wenn Bildermagier Pixel herbeizaubern nachgewiesen habe. Hier konnte man allerdings lesen, dass Google offenbar dank maschinellem Lernen beachtliche Verbesserungen gegenüber den herkömmlichen Methoden erzielt hat. Die Technik heisst Rapid and Accurate Image Super-Resolution (RAISR) und wird von digitaltrends.com beschrieben.

Erwähnen könnte man auch noch die Methoden zur Verbesserung von Portraits. Wobei ich allerdings der Meinung bin, dass ein hässliches Gesicht nicht die Schuld des Fotografen ist. Trotzdem: Photoshop bietet dazu den gruselig benannten Filter «Gesichtsbezogenes Verflüssigen» (siehe Beitrag Warum man Gesichter verflüssigen möchte). Und hier habe ich die ernsthaft brauchbare App Facetune vorgestellt.