Die Woche fängt ja gut an! Nämlich mit zwei Einträgen von meiner To-Do-Liste, die direkt in diesen Beitrag gewandert sind – ohne, dass ich sie hätte testen können. Doch weil die Gefahr besteht, dass ich innert nützlicher Frist nicht zum Testen komme, gebe ich hier lieber Empfehlungen vom Hörensagen weiter, anstatt die schönen Tipps verkommen zu lassen:

Da ist zum einen odrive.com: Dieser Tipp hat mir ein Arbeitskollege bei der Teepause im Newsroom gegeben. Odrive ist ein Client, der diverse Speicherdienste im Netz bündelt. Er kombiniert Dropbox, Onedrive, Google Drive, Amazon S3, FTP, DAV und sogar Slack, Gmail, Instagram und einige weitere Dienste, deren Icon ich auf der Website hier noch nicht einmal erkannt habe.

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Der Client werkelt im Hintergrund…

Das klingt grossartig, denn erstens ist es nicht sehr effizient, diverse solcher Sync-Clients laufen zu haben. Jeder frisst Ressourcen und womöglich kommen sie sich auch in die Quere. Nicht nur das: Odrive beherrscht auch die Platzhalter. Das heisst: Die Dateien sind auch auf einer kleinen Festplatte (z.B. einer SSD beim Notebook) scheinbar alle vorhanden. Sie werden aber erst heruntergeladen, wenn man wirklich darauf zugreift. Quasi unbegrenzter Speicherplatz selbst bei einer knappen Festplatte – das ist doch mal ein Konzept. Mein Arbeitskollege, der etwas von der Sache versteht, sagt, das funktioniere einwandfrei. Er hat offensichtlich auch den Client installiert bekommen. Man richtet ihn über die Befehlszeile ein, bei Windows via Powershell. Und wie geneigte Leser dieses Blogs wissen, ist die Beherrschung der Powershell auch so ein Projekt, das in den Kinderschuhen stecken geblieben ist.

Man kann die Software während einer Woche testen. Danach kostet der Dienst – und kritisieren würde ich, dass die Preisangabe recht gut versteckt ist – 99 US-Dollar im Jahr. Die Funktionen sind hier im Detail zu finden: Es gibt auch so schöne Dinge wie Verschlüsselung, sogar der Dateinamen, und geplant ist eine Backup-Funktion. Wäre womöglich die bessere Investition als Lima gewesen…

Der zweite Tipp stammt von «Bits und so», Folge 520. Das ist Davinci Resolve, ein wahres Wunderteil für digitale Medienproduktion: Eine Videoschnittsoftware (NLE), ein Audiobearbeitungsprogramm (DAW) und ein Programm zur Farbkorrektur von Videos. Und das für Windows, Mac und Linux. Die Light-Version ist kostenlos und die Vollversion für 299 Dollar zu haben. Da kann man tatsächlich nur Bits-und-so-Chef Timo Hetzel zitieren: Mindblowing!

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Dieser Screenshot ist allerdings geeignet, die Euphorie deutlich zu dämpfen – denn mit einer steilen Lernkurve muss gerechnet werden.

Ich arbeite, wie in diesem Blog auch schon erwähnt, bei meinen Videos mit Final Cut Pro X. Die Software kostete damals ebenfalls 300 Dollar, und erfüllt meine Zwecke gut. Allerdings mit einigen Einschränkungen: Sie wird von Apple nur sehr zögerlich weiterentwickelt. Das letzte Update hat kosmetische Änderungen vorgenommen und die Generatoren von rechts unten nach links oben verschoben, und Support für die Touchbar gebracht. Ansonsten scheint Apple nicht viel Aufwand für Final Cut zu betreiben. Dabei ist gerade die erwähnte Farbkorrektur bei Final Cut Pro extreme verbesserungsbedürftig. Das einzige, was ich mit der Funktion hinbekommen habe, ist eine rudimentäre Belichtungskorrektur. Farbstiche wegzubekommen oder die Farbanmutung zweier Kameras anzugleichen, ist quasi unmöglich.

Das heisst: Eine Software in der Hinterhand zu haben, mit der man diese Mankos allenfalls ausgleicht und obendrein die Möglichkeit hätte, auch zu Windows oder (schudder) Linux zu wechseln, gibt mir ein wirklich gutes Gefühl. Die Betaversion gibt es hier.

Zwei wirklich heisse Tipps, oder? Ich hoffe, ihr habt mehr Zeit als ich… und falls ja, schreibt doch was zu euren Erfahrungen in die Kommentare!