Da «Kartografik» kein Wort ist, geht es heute auch ganz einfach um Karten. Zum einen um den «Atlas der wahren Namen», von dem ich hier erfahren habe. Das ist ein Werk, das, wie man bei Wikipedia lernt, sich um die Toponyme dreht – also Ortsnamen und geografische Bezeichnungen. In diesem Atlas werden Orte so bezeichnet, wie sie ursprünglich hiessen, bevor der Name über die Jahrhunderte immer weniger weniger verständlich wurden.

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Viel Wasser, viel Feuer.

Man findet überraschende Namen in Deutschland. Berlin ist – eigentlich ziemlich passend – die Sumpfstadt. In altpolabisch hiess berl eben Sumpf. Oder auch nicht so überraschend: Dass München «Bei den Mönchen» heisst, liegt irgendwie auf der Hand. Wer sich gefragt hat, was Schweiz eigentlich heisst, wird ebenfalls aufgeklärt: Nämlich Brandroden. Was aber nicht heisst, dass man als guter Schweizer bei nächster Gelegenheit den Stadtforst abfackeln sollte.

Mir gefallen Bücher und Webseiten, die einem einen neuen und verblüffenden Blick auf die Welt um einen herum eröffnen, die man doch so gut zu kennen glaubt. Und der Atlas hat auch etwas Poetisches. Die Namen werden auf fassbare Dinge und Sachverhalte zurückgeführt, was an Mittelerde und Westeros erinnert.

Es gibt den Atlas als gedrucktes Buch, als Karten (Amazon Affiliate) und als Webanwendung.

Zweitens bin ich schon lange Fan des Twitter-Accounts @Amazing_maps. Er twittert geografische Datenvisualisierungen, die in einem Bild Dinge erklären oder auch Überzeugungen erschüttern. Und manchmal ist das auch ziemlich lustig.