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Hübsch anzusehen, auch am Handy einfach zu spielen (abgesehen vom Wenden des Stapels) – was will man mehr?

Bei Windows 8 hat Microsoft Solitär eliminiert und stattdessen die Microsoft Solitaire Collection in den Store gestellt (Clickomania.ch berichtete). Eine recht nette Umsetzung mit den fünf Spielvarianten Klondike, FreeCell, Spider Solitär, Pyramid und TriPeaks.

Eine schöne App – mit einem grossen Nachteil: Ich habe kein Gerät, mit dem ich sie unterwegs nutzen könnte. Da ich mich fürs Spielen jedoch nicht an den Computer setzen mag, blieb sie aussen vor. Bis jetzt: Nun gibt es die Microsoft Solitaire Collection auch fürs iPhone, fürs iPad und für Android, jeweils kostenlos.

Die Umsetzung für die Drittplattformen ist originalgetreu geraten: Man kann wie bei der Windows-Version frei spielen, aber sich auch an der täglichen Herausforderung versuchen: Bei der muss man wechselnde Aufgaben lösen. Das ist oft natürlich das Meistern einer vorgegebenen Partie. Es kann aber auch mal ein Spiel gegen die Uhr sein oder die Vorgabe, bestimmte Karten (zum Beispiel alle Siebnen) in höchstens 70 Zügen abzuräumen.

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Links: Das Auswahlmenü.
Rechts: Die Dialogboxen – fürs iPhone etwas gar klein.

Wenn man bei Xbox live angemeldet ist, gibt es dafür Münzen und Auszeichnungen. Die App führt auch Statistiken über die gespielten Partien, und man soll demnächst aus unterschiedlichen Designs wählen können.

Fazit: Eine schöne Umsetzung mit ein paar Mängeln: Die Dialogboxen sehen genau aus wie bei der Windows-Version – was zur Folge hat, dass man sie am kleinen iPhone-Bildschirm nur mit Adleraugen erkennt. Die Anmeldung bei Xbox Live dauert lange bis sehr lange, und leider kann man nicht ohne Internetverbindung spielen. Ein Negativpunkt, der mich bei vielen Spielen stört – ein robuster Offline-Modus gehört einfach dazu. (Natürlich abgesehen von den Multiplayer-Spielen.)

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Links: Die Regeln werden einem bei Bedarf erklärt.
Rechts: Gewonnen!

Auch ein Kritikpunkt: Die Klänge, die das Spiel untermalen, lassen sich in der Lautstärke zwar zurückdrehen, aber nicht ganz abschalten. Das ist etwas störend, wenn man während des Spiels einen Podcast oder ein Hörbuch hört, wie ich es oft tue. Dieses Manko gibt es übrigens bei vielen Spielen: Sie achten nicht darauf, ob bereits eine Soundwiedergabe läuft. Ein sorgfältig programmiertes Spiel wird in solchen Fällen die Hintergrundmusik abschalten und auch die Lautstärke der Soundeffekte zurücknehmen. Nett wäre auch eine Funktion Keine Soundeffekte bei Wiedergabe im Hintergrund. Ein absolutes Sakrileg sind die Spiele, die die Wiedergabe im Hintergrund stoppen, wenn sie einen eigenen Soundeffekt spielen. Das ist bei Microsoft Solitaire Collection aber zum Glück nicht der Fall.

Was würde man sich wünschen? Noch einige Varianten mehr, zumal ich weder von TriPeaks noch von Pyramid ein besonderer Fan wäre. Bei Pyramid vergesse ich immer, welche Kartenkombinationen man entfernen kann. Da sich die Augenzahl zweier Karten immer zu 13 aufsummieren müssen, kombiniert man Buben (11) mit 2, Dame (12) mit As (1), und die Könige (13) kriegt man alleine weg.

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Links: Wer zahlt, darf Extra-Hilfen in Anspruch nehmen. (Am Anfang gibt es einen Monat Premium gratis.)
Rechts: Ohne Verbindung zu Xbox Live läuft nichts.

Update vom 13. Januar 2017

Zweieinhalb grosse Kritikpunkte haben sich aufgetan.

Erstens: Bei den täglichen Herausforderungen setzt das Spiel die Partie zurück, wenn man sie für eine etwas längere Zeit unterbricht. Das ist sehr ärgerlich, wenn man bei einer schwierigen Partie Fortschritte gemacht hat. Bei den normalen Spielmodi ist das zum Glück nicht der Fall.

Zweitens: Das Spiel ist in der Gratisversion werbefinanziert – was mir bei der ursprünglichen Rezension nicht aufgefallen ist, weil einem nach der Installation ein Monat werbefreier Premium-Zugang geschenkt wird. Die Werbung ist echt lästig, da einem bis zum Abwinken der gleiche Spot, übrigens für diese Solitär-Version hier, um die Ohren gehauen wird.

Und der Gipfel: Man muss sich diese Kackwerbung ansehen, selbst wenn man für Premium zahlen möchte. Ich wäre dazu nämlich bereit, doch die App verweigert sich meinem Geld. Die Fehlermeldung erscheint so schnell, dass sie es wohl nicht einmal versucht, den Kauf abzuwickeln. Das Geld der Kunden abzulehnen, ist nur eines: Unglaublich dumm.

Weiterer Kritikpunkt: Der Preis für Premium ist nirgends ersichtlich. Ich denke, dass es 10 Franken im Jahr sind, aber endgültig wissen werde ich es wohl erst, wenn der Kauf irgendwann doch klappt und ich meine Abrechnung sehe.