… soll schon der alte Goethe auf dem Totenbett gefordert haben. Nein, doch nicht. Sondern einen Nachttopf, wenn man dem Spiegel glauben darf. Ich war nun neulich jedenfalls in der Situation, mehr Licht zu benötigen. Nicht für den Übertritt ins Jenseits, der hoffentlich noch ein bisschen auf sich warten lässt. Sondern für meine Videoaufnahmen.

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Zweimal vierhundert Lumen: Reicht für den Privathaushalt.

Aus Gründen mache ich in letzter Zeit häufiger solche Aufnahmen. Während des Sommers war ich mit dem Prinzip des Available Lights bestens bedient. Doch jetzt, wo es herbstlicher wird, fielen manche Aufnahmen etwas gar grieselig aus. Darum sah ich mich nach Videoleuchten um. Anforderung: Kompakt, möglichst mobil und unkompliziert in der Handhabe. Und wenn die Lampen nicht gerade ein Vermögen kosten, dann ist das auch nicht zu ihrem Nachteil.

Mit diesen Vorgaben bin ich auf die Qudos von Knog gestossen. Die gibt es in Weiss und Schwarz für um die 80 Euro bei Amazon. Sie sind für den Action-Einsatz gedacht, wasserdicht, und sie lassen sich an eine Go-Pro schrauben. Aber es spricht nichts dagegen, sie auch in einem action-armen Umfeld zu verwenden, so wie ich das tue. Sie können mittels Go-Pro-kompatiblen Montageelmenten festgeschraubt werden, und es gibt auch ein Zwischenstück mit Gewinde, über das man sie an einem normalen Stativ festschraubt.

Weil sie kompakt (5 auf 5,5 auf 3 Zentimeter), nur 150 Gramm schwer und akkubetrieben sind, kann man sie aber auch gut mit Klebeband befestigen oder sonst improvisieren. Und sie machen hell, wie der erste Clip zeigt, in dem ich sie verwendet habe (ein Facebook-Trailer fürs letzte digitale Patentrezept).

Damit ich bei der Ausleuchtung flexibel bin, habe ich mir zwei Qudos besorgt und für die Flexibilität beim Aufstellen ein leichtes und kompaktes Stativ dazu genommen. Das trägt den edlen Namen Star 700 125-3D und kommt von Hama: 18 Euro bei Amazon.

Die Videolampen haben drei Modi, nämlich Action mit einer weiten Streuung, Spot mit einem schmalen Lichtkegel und Ambient für einen sehr grossen Ausleuchtung. In jedem Modus gibt es zwei Helligkeitsstufen. Die Bandbreite reicht von 70 bis 400 Lumen. Das ist längst nicht so viel wie ein Kamerablitz oder ein «echter» Studioscheinwerfer, aber für semiprofessionelle Zwecke mehr als genug: Man kann herbstliches Tageslicht erkennbar aufhellen und man kriegt das Bildrauschen weg.

Die Modi werden über den Einschaltknopf eingestellt. Drückt man länger als zwei Sekunden, schaltet man die Lampe ein und aus. Kurzes Drücken wechselt zum nächsten Modus. Wie lange der Akku durchhält, das hängt natürlich vom Modus ab: Zwischen gut 40 Minuten und über vier Stunden. Das reicht für mich allemal.

Fazit: Ein kleveres Produkt, das obendrein einen sauber verarbeiteten, durchdachten Eindruck macht. Ich werde gern damit arbeiten.

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Auf dem leichten Stativ montiert.