In meiner Reihe der schönsten Endless-Runner-Spiele geht es heute darum, den Spiess umzudrehen. Statt ständig von einem hässlichen, überdimensionalen Warzenschwein davonzulaufen, wie das bei Temple Run der Fall ist, mutieren wir bei Run’n’Gun zum Jäger.

131108-run-n-gun01.jpg
Links: Bitte Kopf einziehen!
Rechts: Dieser Kobold ging ins Netz!

Das Spielprinziip ist natürlich das altbekannte – wieso sollte auch irgend jemand daran rütteln wollen? Man rennt durch die Gegend, weicht Hindernissen aus und sammelt Punkte sowie wertvolle Gegenstände. Wenn man irgendwo dagegen rennt, in ein Loch fällt oder die Kurve nicht erwischt, ist aus. Ansonsten geht es ewig weiter. Bei «Run’n’Gun» durch eine Stadt, dann durch den Park und schliesslich gelangt man in eine Mine. Wie es danach weitergeht, weiss ich nicht – weiter bin ich noch nicht.

Der Clou bei «Run’n’Gun» ist nun, dass man nicht davonrennt, sondern hinterher. Man sieht vor sich Kobolde unterschiedlicher Hässlichkeitsstufe, die man einfägt oder tötet. Sobald man sich hinter ihnen befindet, feuert die Spielfigur los. Man muss auch nicht wie ein Bescheuerter einen virtuellen Auslöser drücken, was mir auch keinen Spass machen würde. Während man feuert, lässt der Kobold geraubte Wertsachen wie Goldmünzen oder Edelsteine fallen, die man sich aneignet, wenn man über sie drüber rennt. Der Boss-Kobold lässt, wenn man ihn erlegt, sogar eine ganze Truhe voller Preziosen fallen. Irgendwann fällt der Kobold um, was einem EPs also experience points einträgt.

Die zweite Möglichkeit ist, ein Netz auf den Kobold zu werfen, sobald er in Reichweite ist. Dafür gibt es Extra-Gold. Man hat aber nur eine beschränkte Zahl von Fangnetzen, sodass man diese gezielt einsetzen sollte – denn ein Nebenziel des Spiels ist es, möglichst alle Kobolde in die private Sammlung einzuverleiben. Die Kobolde tragen übrigens Namen wie Hans, Robert, Hugo, Walter und Thomas und sind hierarchisch nach Rittern, Generälen, Barone und Herzöge organisiert. Und natürlich thront über allen der Koboldkönig – wer den erwischt, ist logischwerweise «Run’n’Gun»-Superheld.

131108-run-n-gun02.jpg
Hat man die Stadt hinter sich gelassen, kommt man in einen lauschigen Park.
Rechts: Hoppla, tot!

Mit den EPs und den erfüllten Missionen hangelt man sich von Level zu Level, wie das bei dieser Spielegattung gang und gäbe ist. Natürlich kann man das Fortkommen beschleunigen, indem man für echtes Geld Kristalle kauft (70 Stück für 1,99$, 5000 Stück für 99,99$). Bis jetzt macht es aber auch mir als Freeloader Spass. Ich gebe für ein Spiel, das mir gefällt, gerne ein paar Franken aus. Aber nicht, wenn ich mit fiesen Tricks dazu genötigt werde. Wie beispielsweise bei Minion Rush, wo viele Missionen ohne In-App-Käufe nicht vollendet werden können, sodass man relativ bald einfach nicht mehr weiterkommt.

Natürlich gibt es im Game die üblichen Powerups: Unverwundbarkeit (in diesem Fall der Geist), der Preziosen-Magnet, plus einige Extrafähigkeiten, die man sich gegen Diamanten aneignen kann. Auch die Wiederbelebung nach dem Tod ist mit Diamanten zu begleichen.

Fazit: «Run’n’Gun» ist zwar nicht so perfekt gemacht wie «Minion Rush» hat aber eine schön düstere, märchenhafte Atmosphäre. Das Spiel macht allemal Spass und es verlangt einem nicht zuviel ab. Ein guter Titel für zwischendurch für alle Fans des Genres.