Mit «Bridge Constructor» wird man herausgefordert, seine Baukünste unter Beweis zu stellen. Es gilt, zunehmend grössere Abgründe zu überspannen, und dabei das knappe Budget einzuhalten.

Physiksimulationen, das kann man gefahrlos behaupten, sind deutlich beliebter als Physikstunden in der Schule. Diese Simulationen arbeiten meist sehr realitätsnah, und sie sorgen in vielen populären Titeln für den echten Spielspass: Bei Rennspielen, «Angry birds», «Cut the rope» und vielen anderen iOS-Games.

Ein Spiel, das die Physik in den Mittelpunkt stellt, ist «Bridge Constructor». Es versetzt den Spieler in die Rolle eines Ingenieurs und gibt ihm die Aufgabe, zunehmend breitere Abgründe zu überwinden. Man erhält dafür Baumaterialien wie Holz, Stahl, Beton und Stahlseile, und ein knapp begrenztes Budget.

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Bei der Belastungsprobe zeigt sich, ob die Brücke den Autos und LKWs standhält.

Damit muss man eine Brücke bauen, die erstens stehen bleibt, und zweitens von Autos und Lastwagen gefahrlos überquert werden kann. Für die Punktezahl nicht relevant sind die ästhetischen Qualitäten der Brücke – es zeigt sich allerdings, dass gut aussehende Brücken oft auch recht stabil sind. Symmetrische Formen und ansprechende Rundbögen entpuppen sich auch als tragfähig.

Hängebrücke, Pfeilerbrücke oder Viadukt?
Es gibt im Spiel diverse Abgründe, Schluchten, Bergtäler und Flüsse auf fünf Kontinente zu überspannen. Das Budget und die verwendbaren Baumaterialien variieren bei jeder Brücke. Im Konstruktionsmodus zeichnet man auf der mit einem Häuschenmuster überlagerten Ansicht seine Konstruktion ein. Man kann von jedem Material so viel verbauen, wie man will – muss dabei aber die Kosten im Auge behalten: Stahl ist robust, aber teuer, Holz billig, aber es bricht relativ leicht. Steht die Brücke, dann wechselt man in den Testmodus. In diesem sieht man, ob die Brücke trägt – und schickt dann zwei Autos darüber. Wenn diese auf der anderen Seite ankommen, ist die Brücke verkehrstauglich und man erhält Punkte und allenfalls auch Auszeichnungen. Dann kann man auch zwei Lastwagen über die Brücke schicken. Wenn die ebenfalls ankommen, wird die Brücke LKW-zertifiziert, was Extrapunkte gibt.

Bei Konstruktionsfehlern stürzen Autos in den Abgrund
Bei Konstruktionsmängeln sieht man die Brücke in einer spektakulären Animation zusammenbrechen, und auch die Autos in den Abgrund stürzen. Dann gilt es, die Pläne zu revidieren, die Brücke zu verstärken oder eine neue Konstruktion zu ertüfteln. In der Animation sieht man, an wo welche Kräfte walten. Grüne Elemente werden wenig belastet, rote dagegen so strapaziert, bis sie brechen und die ganze Konstruktion zum Einsturz bringen.

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Der Konstruktionsmodus: Mit Hilfe des Häuschenpapiers baut man seine Brücke.

Bei manchen Aufgaben sind mehrere Bauformen möglich – es gibt aber Einschränkungen beim Material, und man kann nur von den vorgegebenen Punkten aus bauen. Das ist auch der grösste Kritikpunkt am Spiel: Man ist mitunter etwas gar limitiert bei seinen Baumöglichkeiten; extravagante Konstruktionen sind allein aus Kostengründen nicht möglich. Dennoch: Wenn man verschiedene Bauweisen ausprobiert, kann man sie separat speichern und so vergleichen, welche Struktur am besten funktioniert.

Ein Auge auf die physischen Kräfte
Ein kleiner Kritikpunkt ist die manchmal etwas tückische Bedienung. Abgesehen davon macht das Spiel viel Spass. Es weckt die Kreativität und auch das Verständnis für Zug- und Druckkräfte, die man als «Pontifex» (Brückenbauer) im Auge behalten muss.

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