Zwischendurch darf ich doch auch mal etwas Altes vorstellen, oder? Mir ist nämlich dieser Brüllwürfel von Jawbone begegnet, die Jambox. Die wurde zwar schon Ende 2010 auf die Menschheit bzw. deren Ohren losgelassen. Aber weil sie erst jetzt Eingang in diesen Haushalt hier gehalten hat, konnte sie halt nicht früher beschreiben. Logisch.

Wir haben eine einfache Lösung gesucht, um Musik ab iPhone oder einem anderen Gerät möglichst mobil zu spielen. Und da passt der rote, vom Schweizer Designer Yves Béhar gestaltete Klotz wie die Faust aufs Auge. Er hat einen eingebauten Akku, röhrt erstaunlich kraftvoll daher und lässt sich per Bluetooth oder ab Kopfhörerbuchse bespielen. Mit einer Akkuladung soll man den Würfel bis zu zehn Stunden brüllen lassen können. Ob das wirklich stimmt, habe ich nicht gemessen. Allerdings hatte ich ihn heute den ganzen Morgen in Betrieb, ohne dass er schlappgemacht hätte.

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FÜNFUNDACHTZIG DEZIBEL!
Was die Lautstärke angeht, deklariert der Hersteller maximal 85 Dezibel. Das ist mir laut genug und der Sound ist erstaunlich gut. Nicht ganz so bassig, wie der der Stereoanlage, aber er vermag ein normalgrosses Wohnzimmer locker zu füllen. Und verblüffend, welche Vibrationen die Jambox im Betrieb abgibt. Die sind absolut geeignet, Verspannungen zu lösen, sodass man sie sich nach einem langen Arbeitstag auch durchaus in den Nacken legen kann.

Ein Display gibt es nicht. Der Ein-/Aus-Schalter gibt aber per Blinken Auskunft über seinen Betriebszustand (siehe auch Handbuch), und nebst den beiden Lautstärkeknöpfen gibt es auch einen grossen, runden Knopf, über den man die Box zu einer Selbstdiagnose veranlasst. Drückt man ihn, informiert eine Stimme über den Ladezustand. Wenn einem die Standardstimme nicht gefällt, kann man sich auf mytalk.jawbone.com eine andere holen.

Auch zum Freisprechen
Wenn die Jambox per USB mit einem Mobiltelefon gepairt, ist sie auch als Freisprechanlage zu gebrauchen. Dazu hält man den grossen runden Knopf gedrückt, bis das Telefon Bereitschaft signalisiert und gibt dann das Wählkommando. Natürlich kann man auch die anderen Befehle nutzen, die das Mobiltelefon unterstützt; am iPhone 4 beispielsweise «Spiel Leonard Cohen». Die Kommunikation soll am iPhone 4S auch mit Siri klappen. Beim Pairing mit dem iPhone kann man auch Musik wiedergeben. Auf diesem Weg ist die Soundqualität allerdings nicht so prickelnd; wohl weil Apple bis jetzt nur A2DP-SBC unterstützt.

Das Pairing mit dem MacBook gemäss dieser Anleitung hat in meinem Test aus unerfindlichen Gründen nicht geklappt.

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Links: Die Infos beim verbundenen Gerät
Rechts: Die erweiterten Einstellungen.

Die Jambox lässt sich wie erwähnt mit verschiedenen Stimmen ausstatten, und es ist möglich, die Box über die Website zu konfigurieren. Dazu muss ein Benutzerkonto einrichten, den Jawbone-Updater installieren, das Gerät per USB anschliessen und über den Browser auf das Benutzerkonto zugreifen. In der Statusanzeige sieht man, ob die Software aktuell ist, welche Audio App (sprich, welche Stimme) und welche App fürs Freisprechen installiert ist. In den erweiterten Einstellungen konfiguriert man den Namen des Geräts, kann Sprachansagen sowie die Anfruferansage ein- und ausschalten, sieht die Bluetooth-Verbindungen und kann die Optionen Liveaudio und Sound Clarity aktivieren oder deaktivieren. Liveaudio bringt binaurales Audio und funktioniert erstaunlich gut – allerdings nur bei Musik, die über Bluetooth gespielt wird und auf Kosten der Lautstärke. Durch Drücken der Lauter- und Leiser-Tasten gleichzeitig schaltet man den Effekt an und ab.

Schön, rund und gut verarbeitet
Fazit: Ein schönes Produkt, gut verarbeitet, technisch ausgereift und mit vielen Nerd-Funktionen und so liebevoll, wie es Apple auch nicht besser könnte. Das rechtfertigt den deutlich höheren Preis gegenüber den gängigen Plastik-billig-Scherbel-Teile, die man in den Elektronikdiscountern kriegt.

Der Brüllwürfel misst 15 mal 5,7 mal vier Zentimeter, ist 347 Gramm schwer, hat eine Hülle, sowie ein Kabel zum Anschluss am Kopfhörerausgang (für 3,5 Millimeter Klinke), zwei USB-Kabel und einen Netzadapter. Geladen wird über den USB-Anschluss. Er ist in rot, schwarz, blau und grau erhältlich; laut Toppreise.ch ab ca. 200 Franken.