Viele Anwender sind sich gewöhnt, Windows mit allerhand Methoden zu warten, zu pflegen und zu bereinigen. Die schlechte Nachricht: Die meisten dieser Massnahmen bringen überhaupt nichts. Die gute Nachricht: Wenn man auf sie verzichtet, spart man enorm viel Zeit.

Das so genannte Mikro-Management gilt als einer der grössten Fehler, die ein Manager tun kann: Eine hochdotierte Führungskraft, die Spesenabrechnungen kontrolliert oder nach günstigeren Bezugsquellen für Lasertoner sucht, statt sich um die wichtigen Dinge zu kümmern.

Auch in der Windows-Welt ist der Hang zum Mikro-Management weit verbreitet. Vor allem langjährige Anwender glauben, sich ständig um diverse Belange des Betriebssystems kümmern zu müssen. Das kommt nicht von ungefähr. In den dunklen DOS-Tagen und in den Anfängen der Windows-Ära ging es nicht ohne Hilfsprogramme, ohne manuelle Eingriffe und all die vielen Utilities von Norton, Central Point oder Quest.

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Vor 15 Jahren sinnvoll, heute kaum mehr nötig – Utilities von Drittherstellern.

Auch heute gibt es Hunderte von Shareware- und Freeware-Programme und kommerzielle Produkte von TuneUp oder Symantec, die von alten Hasen gern gekauft werden. Die Erfahrung zeigt, dass diese Programme oft wenig bewirken. Und mitunter sogar Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Weder Cleaner noch Booster
Das ist ärgerlich, aber es gibt eine ganz einfache Lösung gegen derlei Probleme: Der Verzicht auf System-Utilities, Tuning-Programme, «Cleaner» und «Booster». Sie sind ihr Geld nicht wert und die Zeit, die man auf sie verwendet, erst recht nicht. Und was Sie nur dann tun sollten, wenn Sie wirklich nicht wissen, was Sie mit Ihrer Zeit anfangen können: Windows von Hand aufräumen. Sprich: Nach verwaisten oder doppelten Dateien suchen, die gelöscht werden könnten. Die Registry entrümpeln. Oder nach Konfigurationsanpassungsmöglichkeiten fahnden, die den Rechner schneller, besser oder schöner machen. Im Idealfall wird die Verbesserung ein paar Prozentpunkte betragen, was im Alltag nicht ins Gewicht fällt. Und gegen die grossen Windows-Probleme – zunehmende Leistungsprobleme aufgrund von Altlasten beispielsweise oder Absturzanfälligkeit – lassen sich mit den Wunderprogrammen nicht beheben. Die notwendigen Programme hat Microsoft längst eingebaut. Und gegen die Pannen, die im Windows-Alltag auftreten, gibt es leider kein Patentrezept. Da hilft, so mühsam das auch ist, nur ein gezieltes Vorgehen: Exakt diagnostizieren, die richtige Massnahme eruieren und das Problem kurieren. Tipps dazu liefert der Beitrag Rente oder Frischzellenkur? in diesem Blog.

«Snake oil» in Softwareform
Kurz: Lassen Sie sich kein «Snake oil», keine Quaksalber-Produkte oder Wunderkuren aufschwatzen, die es in Softwareform genauso gibt wie in der Alternativmedizin oder in Esoterikkreisen. Auch nicht von Computerzeitschriften, die irgendwie ihre Seiten füllen müssen. Brauchen Sie Ihren Computer zum Arbeiten und stellen sie sich auf den Standpunkt, dass sich Windows mit seinen fast 26 Jahren sehr gut um sich selbst kümmern kann.

Wichtig sind nur drei Massnahmen: Die tägliche Datensicherung, das Updaten von Betriebssystem und Anwendungsprogrammen und der Schutz des Rechners durch ein Antivirenprogramm.