… also, «Lightroom», um sich an die veraltete englische Rechtschreibung zu halten. Lightroom ist Adobes Bildverwaltungsprogramm, von dem ich zugegebenermassen ein Fan bin. Es ist meiner (unbescheiden vorgetragenen) Meinung nach das beste Programm seiner Art. Ich habe auch mit Aperture von Apple herum experimentiert. Mir gefällt dort die übersichtlichere Oberfläche, aber bei den Bildbearbeitungsfunktionen hat Adobe die Nase vorn. Fast 24 Jahre Photoshop-Erfahrung lassen sich nicht wegdiskutieren. Wer seine Bilder schnell und trotzdem ordentlich verwalten will, ist mit Lightroom am besten aufgestellt. Ich habe dazu am letzten Montag im Tagi einige Tipps gegeben.

Im Bereich der kostenlosen Programme wäre meine Empfehlung Picasa von Google. Es hat einige praktische Funktionen wie die Ablagebox und die Gesichtserkennung ist verblüffend gut.

Es gibt was auszusetzen
Wenn ich an Lightroom etwas auszusetzen hätte (was ich habe), dann, dass man damit Fotos noch immer nicht vernünftig geotaggen kann. Dieses Feature ist überfällig und es gibt keine Entschuldigung, es nicht in der Version 4 zu bringen.

Der zweite Punkt ist die oft träge Reaktion des Programms. Natürlich, ich bin selbst schuld, weil ich das Programm auf einem fast fünf Jahre alten Rechner brauche. Aber ich habe mir nun einmal in den Kopf gesetzt, meine Desktop-Rechner zu Hause mindestens fünf Jahre im Einsatz zu halten. Wegen Wegwerfgesellschaft, und so.

Darum ist mir an einer Optimierung des Programms gelegen und dazu habe ich einige Tipps zusammengesucht:

a) Es braucht genügend Festplattenspeicher. Falls die Platte langsam voll wird, findet man mit WinDirStat grosse Dateibrocken, die man auf eine externe Platte auslagern könnte. WinDirStat soll in diesem Blog demnächst ausführlicher vorgestellt werden.

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Der Platzvogel, äh, -hirsch unter den Bildverwaltungsprogrammen.

b) Es braucht genug Arbeitsspeicher, das schleckt keine Geiss weg. Bei Windows in den 32-bit-Versionen kann man um die 3 GB verwenden. Für mehr kommt man ums Update auf ein 64-bit-Betriebssystem – und dann wohl auch um den neuen Rechner nicht herum. Eine gute Idee ist bei Windows auch immer die Bereinigung der Systemstartelemente. Es kommt ja immer wieder vor, dass mich Kollegen mit ihren Laptops im Büro aufsuchen und ich hell entsetzt bin, was Sony, Acer, HP und Co. alles für unnütze Programme auf ihre Geräte draufpacken und obendrein automatisch starten lassen. Da werden teilweise nagelneue Geräte in fast unbrauchbarem Zustand ausgeliefert. Dass man mit so einer Kiste nicht vernünftig Bildverwaltung betreiben kann, versteht sich von selbst. Also: Alles abschalten, was nicht unbedingt nötig ist! Tipps zur Bereinigung der Systemstartelemente gibt es in einem älteren TA-Beitrag. Microsoft verliert hier ein paar Worte zum guten alten Systemkonfigurationsprogramm.
Und: Sony, HP, Acer und Co.: Ab in die Ecke, schämen!

c) Der Katalog von Lightroom sollte ab und zu bereinigt werden. Das tut man über den Befehl Datei > Katalog optimieren.

d) Gerade auf schwächlichen Rechnern ist es sinnvoll, nicht alle Fotos in einem grossen Katalog zu haben, sondern einen kleinen Katalog nur für die Fotos anzulegen, an man gerade intensiv arbeitet. Eine Teilmenge der Fotos exportiert man über Datei > Als Katalog exportieren als separaten Katalog. Über den Befehl Datei > Aus Katalog importieren wird ein Teilkatalog wieder in den Hauptkatalog importiert. Die Lightroom-Hilfe gibt dazu im Beitrag «Erstellen und Verwalten von Katalogen weitere Hinweise.

e) Die Cache-Einstellungen lassen sich oft optimieren. Die Anleitung «Einstellen des Vorschau-Caches» aus der Hilfe erklärt dazu mehr.

Wer mit RAW-Dateien operiert, sollte unbedingt den RAW-Cache unter die Lupe nehmen. Er wird über Bearbeiten > Voreinstellungen bei Windows bzw. Lightroom > Voreinstellungen bei Mac OS X verwaltet. Im Reiter Dateiverwaltung im Abschnitt Camera RAW Cache-Einstellungen stellt man einen grösseren Cache ein. Was ein guter Wert, hängt von den Umständen ab. Allenfalls braucht es ein bisschen Experimentierfreude, um das herauszufinden. Es kann eine Grösse von maximal 200 GB eingestellt werden. Auch der Speicherort des Caches kann angegeben werden. Es ist, natürlich, eine gute Idee, ihn auf einer schnellen, defragmentierten Festplatte unterzubringen.