… plorer heisst der Browser, den ich zwar nicht brauche, der mein Leben aber trotzdem bereichert.
Nämlich mit Momenten blanken Erstaunens, wo ich mich frage: Kann das wirklich sein?
Da kriegte ich folgende Frage an die Kummerbox:

Ich schaffe ich es leider nicht, im Internet Explorer 8 Google CH anstelle von Google D einzustellen.

Müsste doch simpel sein, denke ich. Im Suchfeld aufs Dropmenü klicken, «Weitere Anbieter suchen», in der Galerie «Google CH» eingeben. Google CH einrichten, als Standard definieren, fertig.
Nur: Gibt man in der schönen Galerie für den Internet Explorer “Google Schweiz”, “Google CH”, “Google Switzerland” oder “Google für das Land mit Käse, Uhren, Bergen und Kühen und bald keinen Banken mehr” ein, heisst es immer: «Die Suche war erfolglos.»
Kann das wirklich sein? Verwenden die Schweizer Internet-Explorer-Nutzer seit Jahr und Tag brav Google Deutschland und keiner hat sich je darüber beschwert oder es für nötig befunden, Microsoft untertänigst zu bitten, grosszügigerweise Google CH als Suchanbieter anzubieten? Oder stehe ich auf dem Schlauch und übersehe den offensichtlichen Lösungsweg? Eine Suche im Internet (natürlich per Google Deutschland) hat jedenfalls keinen solchen zutage gefördert.
Der Pavlov’sche Reflex in solchen Fällen ist der Griff nach dem Registry-Editor. Und natürlich, wie immer, wenn man via regedit tief genug gräbt, entdeckt man, wo die Google-Leiche verbuddelt liegt:

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\SearchScopes\{AF0139C6-AC3E-4334-BE24-D5F1616DABD9}]
"URL"="http://www.google.de/search?q={searchTerms}"

Hier also einfach «.de» durch «.ch» ersetzen und den Browser neu starten. (Das alphanumerische Monster zwischen den geschweiften Klammern könnte auch variieren, daher müsste man allenfalls alle Einträge unter «SearchScopes» durchsehen, um den zu Google passenden zu finden.)
Übrigens, in solchen Fällen kommt mir immer eine kleine Begebenheit an einer Microsoft-Pressekonferenz in den Sinn. In welchem Zusammenhang ich auf die Idee kam, eine Frage zur Registry zu stellen, weiss ich nicht mehr. Es ging wohl darum, ob es denn eine Dokumentation wichtiger Schlüssel gäbe. Jedenfalls sagte der Microsoft-Mensch so etwas in der Art: «Ja, wissen Sie, die Registry ist nicht dazu da, dass der Endanwender daran überhaupt jemals etwas ändern muss». Sinngemäss: User, Pfoten weg von der Registry. Und weil du nicht daran herumfummeln sollst, brauchst du auch keine Doku.
Das scheint mir typisch für Microsofts Einstellung zu dem Thema. Der User soll sich über sein schönes Windows freuen und gefälligst nicht auf die Idee kommen, irgendwo herumzufummeln. Typisch ist allerdings auch, dass das das Registry-Gefummel leider sehr oft unumgänglich ist. Also, wenn mich jemals jemand danach fragen sollte, was meiner Meinung nach die grösste Geissel der Menschheit ist, würde ich ohne zu zögern die Windows-Registry nennen.
PS: Ich weiss, das ist schon der dritte Schinken des Monats im Monat Juli. Aber ich stolpere im Moment vor allem über Dinge, bei denen die Blogger-Ehre eine Tirade unumgänglich macht. Ich will jetzt nicht so weit gehen, dass ich mir wünschen würde, dass der Windows Plorer Ex geht, aber irgendwie ist die Mühe einer Windows-7E-Neuinstallation die Sache vielleicht doch wert.