Nachdem ich hier und andernorts meine Erlebnissen mit der Cablecom rumerzähle, werde ich immer wieder gefragt: «Werum wächslisch nid? Bisch ja sälber blöd!»
Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Natürlich bin ich auf die Idee gekommen, mich nach einem neuen Internetprovider umzusehen. Ich bin ja kein Masochist.
Nur leider habe ich im Juli letzten Jahres den Fehler gemacht, bei Sunrise das Produkt «Sunrise call» zu buchen. Damit wird die Swisscom-Grundgebühr fürs Telefonieren via Sunrise abgerechnet. (Ein netter Herr hatte mich am Telefon gefragt, ob ich es denn nicht blöd fände, noch eine Extra-Rechnung von der Swisscom zu kriegen. Und wie das so geht bei solchen Suggestivfragen. Man antwortet mit ja. Ohne nachzufragen, was denn die Nachteile sind. Die gibt es, siehe weiter unten, und ausserdem kommt man nicht günstiger weg, wie man naiverweise vermutet. Sunrise lässt sich für das Eintreiben der Grundgebühr extra entlöhnen. Aber das nur nebenbei.)
Jedenfalls hat dieser Vertrag zur Folge, dass ich von Bluewin beispielsweise kein ADSL kriege – die bieten ADSL nur, wenn man die Gesprächsminuten über sie abrechnet. Natürlich könnte man ADSL von Sunrise haben, aber das ist zum einen prohibitiv teuer. Man wird von Sunrise nur bei «Triple Play» günstig mit Internet versorgt. Also wenn man Festnetz, Mobiltelefon und Internet aus einer Hand nimmt. Nun habe ich aber schon ein Mobilfunkabo bei Orange und ausserdem bietet Sunrise das iPhone nicht an. Und fällt damit als Mobilfunkanbieter aus Rang und Traktanden. Zum anderen hätte das Aufschalten bei Sunrise sage und schreibe zwei Monate gedauert. Angeblich wegen der Swisscom. Aber warum auch immer, zwei Monate Aufschaltdauer sind noch schlimmer als ein Monat Internetpause bei Cablecom.
Kurz und schlecht: Wenn ich jetzt sofort wechseln will, muss ich mich mit der Cablecom, Sunrise und und dem neuen ISP herumschlagen und mich aus dem Vertrag mit Sunrise herauskaufen. Das Wechseln geht in der angeblich so deregulierten Telekom-Branche nicht unbedingt sofort und so einfach. Die Anbieter legen es geradezu darauf an, die Freiheit via Kleingedrucktes wieder einzuschränken.
Und beim Fernsehen… seufz … beim Fernsehen sieht es nochmals anders aus. Da heisst die Emanzipation von der Cablecom BluewinTV. Und wie verlockend ist das denn?