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Jammern auf hohem Niveau

Schinken des Monats: RTL

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was sich die Privatfernsehsender noch einfallen lassen, um den Zuschauer zu drangsalieren. Besonders tut sich in dieser Disziplin meines Erachtens Radio Television Luxemburg hervor. Beispielsweise mit ellenlangen Werbeblöcken, die immer noch dreissig Sekunden vor dem Ende einer «Monk»-Folge eingeschoben werden (da schlafe ich regelmässig ein und verpasse die Aufklärung). RTL tut sich auch durch besondere Aufdringlichkeit bei Werbeeinblendungen («Programmhinweise») während des laufenden Programms hervor.

Der Gipfel der Respektlosigkeit ist aber ein neues Phänomen, das ich während der beiden letzten Folgen von «Prison Break» gesehen habe. Da erscheint, zwischen «Mein RTL»-Stationskennung und der Serie eine kurze Werbeeinblendung von genau einem Einzelbild. Man könnte das für einen Fehler halten. Per Harddisk-Recorder sieht man aber, dass es durchaus kein Versehen ist. Klickt man sich Bild für Bild vorwärts, erscheint plötzlich ein Bild von Wrigley «Airwave»-Kaugummis. RTL versucht, zu später Stunde dem Zuschauer sublime Botschaften ins Unterbewusste zu schieben. Getreu nach der «Iss-Popcorn/trink-Cola-Studie».

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Gesinnungsbeulen in der Polit-Silhouette

Gute Güte, ich werde älter!

Heute morgen brütete ich über meinen Wahlunterlagen für die National- und Ständeratswahlen vom 21. Oktober. Wie schon vor vier Jahren habe ich meinen Wahlzettel exakt nach den Empfehlungen von Smartvote.ch ausgefüllt und ein handschriftliches, mit quer durch die vielen Listen zusammengesuchten Namen bestücktes Meisterwerk ins Stimmcouvert gepackt. Auffällig übrigens die Häufung von Filmemachern auf meinem Wahlzettel. Ausserdem gibt es viele Journalisten und noch mehr Informatiker und es manifestierte sich heute auch eine unbewusste Vorliebe für allerletzte Listenplätze. Der Empfehlung von Smartvote getreulich folgend habe ich in mehreren Fällen den auf der 34. Position seiner Liste stehenden Kandidaten auf meinen Zettel übertragen. Und ich neige zu zwei Extremen gleichzeitig, indem ich diverse sehr junge Leute und ebensoviele sehr alte Leute gewählt habe. Wäre ich Politiker, würde ich deswegen nun mein generationenverbindendes und altersgrabenüberwindendes Naturell herausstreichen.

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