Beruflich beschäftige ich mich unter anderem mit Computerproblemen. In der jeweils am Montag erscheinenden Kummerbox des Tages-Anzeigers versuche ich nach bestem Wissen und Gewissen, Leserfragen zu beantworten. Diese Tätigkeit hat mir jetzt eine unverdient grosse Ehre eingetragen. Es gibt ein Gedicht über mich. Die «Computerballade» stammt von Balz Widmer und hat hier ihre Welturaufführung (Ich bin gerührt und peinlich berührt g):

Oftmals denk ich am Computer:
Stürzt er ab jetzt? Oder tut er?
Wenn der CD-Schieber juckt –
Hat er nun zuletzt gezuckt?
Schalte, dass nur was geschieht,
Control, Alt und auch delete,
Task beenden, weiter warten,
Knopf rein drücken, wieder starten,
Diesen Fehler, einfach, schlicht
Finde ich trotz Hirnen nicht.

Schliesslich führt mich ohne Rasten
schnell ein Weg zum Kummerkasten,
den man mailend fragen kann,
dort sitzt ein erfahrner Mann.
Kompetent kommt prompt ein Rat,
und der hilft meist in in der Tat.


Was, gehts mit den Unanständigkeiten inzwischen schon vor Morgens um acht los, dachte ich mir neulich, als ich die Morgensendung der dritten Senderkette des Schweizer Staatsradios hörte. «Lasse Mös» war der Sponsor des Morgenspiels. Oder vielleicht auch des Wetters, das diesen Sommer teilweise wirklich unanständig war.

Na gut, irgendwann mal merkte ich Schelm, dass ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt (Honni swa ggi mall i poons). Das Ding heisst «La Semeuse» und ist eine offenbar besonders cremige Kaffeesorte. Ob das so gut war, den französisch zu benennen?


A bad surprise for me on Tuesday. Unsuspectingly, I opened my mailbox, expecting no particular news. Well there was no particular news – but nevertheless about five hundred messages awaited me. They all had subjects like “Delivery failure”, “Unable to deliver your message”, “Delivery status notification” and “Mail status report”. No doubt, a clickomania-loving spammer paid me respect by using my address in his bulk mail. With the usual spam, that gets sorted out automatically (about 8000 a week), those “return to sender” notifications ate up all the capacity of my mailbox. That was nicely announced by the mailserver with “over quota” notices and underlined with the refusal of sending out any of my messages. But never mind, of course, I don’t have better things to do than remove trash from my mailbox. Still, it occurred to me what a fair punishment would be: Writing “I shall not send mails with fake addressors” in hand for, I’d say, a million times. Or as many times as spam mails went out.
By the way: A really clever idea is to sell an antispam tool by spam. Maybe, you got this message, too: “I use a spam filter, and you probably do the same. I have whitelisted you and that means that I will receive all the emails you send to me. I would appreciate it if you would whitelist my email address (…) If you don’t have a spam filter, I can recommend…”
If you like that topic (not the thing in your mailbox, take a look at this page:
uncyclopedia.org
If you understand German, you can go here as well:
www.stupidedia.org


Wie entwickelt man eigentlich Musikgeschmack? Woher weiss man, welche Stücke man gern mag? Natürlich indem man hört, begeistert ist, wieder hört. Und irgendwann einmal kauft und/oder herunterlädt. Entscheidend ist natürlich der Input. Nur wenn man das richtige auf die Ohren bekommt, füllen sich CD-Regal, Festplatte und iPod mit schöner Musik. Sonst halt mit Stücken, deren Refrain aus vielen ella, ellas, eh, eh, eh, eh, eh, ehs und ah ah ahs besteht… wobei ich gerade diesem Titel die Ohrwurmqualität nicht abspreche. Nervig ist er trotzdem!

Eben, der Input. Früher hat mich das Radio damit versorgt. Die dritte Senderkette des öffentlich-rechtlichen Radios aus der Deutschschweiz hatte einen imensen Einfluss auf meine Hörgewohnheiten. Es war direkt dafür verantwortlich, in welchem Mass sich mein Taschengeld in Vinyl verwandelte und wie ich positive Hörerlebnisse auf Chromdioxid festhielt. Gerade gestern ist mir aber aufgefallen, dass mein Musikgeschmack immer mehr durch das Fernsehen bestimmt wird. «Dreaming of You» von «The Coral»: In einer Folge von «Scrubs» gehört und sogleich gekauft. «All I Know», von Al Gore, pardon, von Art Garfunkel: Durch «Nip/Tuck» kennengelernt. «It Came Upon A Midnight Clear», eine zweite Riesenmördergänsehautballade: Sie hat mein iPod «Grace Atonomy» zu verdanken (dabei sehe ich die Serie noch nicht einmal, sonst würde ich wissen, dass sie «Grace Anatomy» heisst). «Istanbul (Not Constantinople)» von They Might Be Giants: Verdienstvollerweise von den Simpsons ins Bewusstsein zurückgerufen, sodass er nun meine Sammlung aufwertet. «Buenas Tardes Amigo» von Ween: Aus «Herr Lehmann». «Working Class Hero» von Green Day: Aus irgend einer Doku (sofern ich mich richtig erinnere). Und sogar Werbung bildet (zumindest den Musikgeschmack). Einem Nikon-Spot verdanke ich den Titel «Way Back» von Jazzamor.

Mit anderen Worten: Wer hören will, muss fernsehen!


Ich bin wieder zu Hause!
Mein Besitzer und Träger war letzte Woche nun nicht mehr davon abzuhalten, die seit einiger Zeit in seinem Kopf herumschwirrende Idee einer Fahrt von Winterthur nach Höchstädt in die Tat umzusetzen. Daran wäre nichts auszusetzen gewesen, wenn er als Transportmittel Zug, Helikopter, Zeppelin oder Unterseeboot ausgesucht hätte. Nur war aber 68 Zentimeter weiter oben die Idee entstanden, mich auf einem Fahrradsattel zu platzieren und dort während Stunden und Stunden durch die Gegend zu karren. Das ist, um es mal ganz offen zu sagen, nicht meine Vorstellung von Sommerurlaub. Fahrradsättel sind hart, und man kriegt keine ruhige Sekunde, wegen dieses nicht mehr endenwollenden Getrampe und Pedale, dem Geächze links und rechts von den Oberschenkeln, und von weiter unten knarren die Knie. Also echt, auch wenn man als Hintern doch sowieso immer der Arsch ist: Sowas hat doch keiner verdient. Und warum konnte er kein Rad mit bequemerem Sattel aussuchen? Auch die Aussicht ist ja nicht gerade prickelnd: Man sieht durch die Hosenbeine nur ein unendliches Asphaltband, das unter einem vorbeizieht. Das ist langweilig, sodass Feldwege, Kies oder gar Rasen eine so unglaubliche Abwechslung darstellen, dass man vor Rührung weinen möchte. Was man aber tunlichst unterlassen sollte, weil das Klima auf dem Sattel und unter der Radlerhose dadurch nicht besser wird.
Also daher meine nachdrückliche Forderung: Keine Wiederholung solcher Aktionen! Auch wir haben Gefühle! (Und wie, nach acht Stunden auf dem Rad!)



Matthias Schüssler

Matthias Stadtfilter kleinIn diesem semiprivaten Blog geht es um Tech, Medien, Podcast, Radio und Off-Topic wird zum Topic erklärt.




Google Adsense

Digitale Patentrezepte

Einmal pro Woche gebe ich drüben bei Tagesanzeiger.ch praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

dpr01b-still.jpg

patentrezepte.tagesanzeiger.ch

Podcast!

Archiv